Wermelskirchen: Die Zeit vor und mit Uhle
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 25.02.2010Wermelskirchen (RPO). Das Regenbogen-Bündnis wird seinen Antrag für ein Gutachten zur Entwicklung des Loches-Platzes am Montag im Fachausschuss modifizieren. Denn das Kaufhaus-Projekt von Investor Uhle soll nicht gefährdet werden.
Eine neue Zeitrechnung gibt es jetzt in der Wermelskirchener Kommunalpolitik: Die Zeit vor und die Zeit mit Gerhard Uhle, dem Bochumer Investor, der das ehemalige Ring-Kaufhaus erworben hat. "Als wir den Antrag stellten, ein Gutachten zur Entwicklung des Loches-Platzes in Auftrag zu geben, gab es den Herrn Uhle für uns noch nicht", sagt WNKUWG-Fraktionsvorsitzender Henning Rehse zum Antrag des Regenbogen-Bündnisses.
Dieser Antrag wird zwar am kommenden Montag im Fachausschuss behandelt, aber Rehse kündigt auf BM-Nachfrage bereits an: "Der Antrag von November ist in dieser Form überholt, wir werden ihn erweitern, damit in dem Gutachten auch berücksichtigt wird, dass Gerhard Uhle das Ring-Kaufhaus inzwischen gekauft hat." Laut Vorstellung des Regenbogen-Bündnisses soll ein Gutachter dann auch unbedingt als Erstes Kontakt mit dem Investor Uhle aufnehmen. Denn Rehse meint, es sei nicht ausgeschlossen, dass dieser auch nach wie vor zumindest ein gewisses, zusätzliches Engagement auf dem Loches-Platz nicht ausschließe.
Beratungstermin
In der nächsten öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung geht es unter anderem um den Antrag des Regenbogen-Bündnisses für ein Gutachten zur Entwicklung des Loches-Platzes. Die Sitzung findet am Montag, 1. März, ab 18 Uhr, im Ratssaal statt.
Uhle stellt seine Pläne vor
Der Antrag in der "alten", den Ausschussunterlagen vorliegenden Fassung, würde aber unter Umständen ein kontraproduktives Gutachterergebnis zu Uhles Investitionsplänen an der Telegrafenstraße/Kaufhaus ergeben, wie Rehse im BM-Gespräch einräumt: "Genau das ist uns als Regenbogen-Bündnis auch aufgefallen, aber wir wollen natürlich vermeiden, dass das Investitionsvorhaben, mit dem Herr Uhle bereits für das Kaufhaus in Vorleistung getreten ist, beeinträchtigt wird", sagt Rehse.
Die "Scharnierfunktion" des Loches-Platzes für Eich und Schwanen dürfe einerseits nicht verloren gehen. Andererseits dürfte aber der neue, geplante Einzelhandels-"Anker" an der Telegrafenstraße nicht beeinträchtigt werden. Die Fragestellung müsse deshalb jetzt neu lauten: "Was ist auf dem Loches-Platz überhaupt noch machbar?", formuliert Rehse.
Auch innerhalb des Regenbogen-Bündnisses gebe es dazu verschiedene Vorstellungen, weshalb nun auch ein Gutachten Klärung bringen könne. Das bereits gefertigte Einzelhandelsgutachten für die Innenstadt sei nun mal "vor Gerhard Uhle" erarbeitet worden und habe dessen Kaufhaus-Erwerb noch nicht berücksichtigen können, erläutert Rehse. Er meint aber, dass ein weitereres Gutachten nicht erneut mit hohen Kosten für die Stadt verbunden sein müsse, da man auf den Datenerhebungen des ersten bereits aufbauen könne.
In der kommenden Woche wird Gerhard Uhle übrigens nach Wermelskirchen kommen, um dem Regenbogen-Bündnis seine Baupläne für das Ring-Kaufhaus-Gelände vorzustellen. Die hatte er im BM-Gespräch bereits umrissen und bestätigte dies gestern auf erneute Anfrage: Gerhard Uhle will das alte Kaufhaus abreißen und ein neues auf knapp 10 000 Quadratmetern Fläche mit einem Parkhaus für 500 bis 600 Plätze bauen lassen. Für den Zuweg zum Parkhaus und die Anlieferung möchte Uhle noch das Grundstück mit dem städtischen Haus am Brückenweg erwerben.
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