Wermelskirchen: „Doks“ – das heimische Bier
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 19.01.2008Wermelskirchen (RPO). Zahntechnikermeister Hanswilli Soll ist unter die Bierbrauer gegangen. Gemeinsam mit seiner Gattin Monika eröffnet er im Februar das „Dok Willi’s“ am „Bügeleisen“. Gestern wurde das erste Wermelskirchener Bier angesetzt.
Noch haben die Bauhandwerker im ehemaligen Dentallabor von Hanswilli Soll am „Bügeleisen“ das Sagen. Doch es liegt – für eine bergische Baustelle – ein ungewohnt süßlicher Geruch von Maische in der Luft. Für den Zahntechnikermeister ein Indiz, dass auch er arbeiten muss. Hanswilli Soll ist neuerdings Brauer – und als solcher setzte er gestern im Sudkessel die Maische fürs erste Wermelskirchener Bier an.
Sein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk zum 60. stand gestern Morgen im Mittelpunkt: Die Brauanlage im künftigen Brauhaus-Restaurant „Dok Willi’s“. Zusammen mit seiner Gattin Monika wird er es betreiben. „Seit zehn Jahren beschäftige ich mich mit der Idee, selbst ein Bier zu brauen.“ Mit der Familie Küpper gab’s bis zum Zweiten Weltkrieg im „Alten Brauhaus“ an der Dabringhausener Straße einen heimischen Brauer. Künftig betreibt Soll kreisweit die einzige Gasthaus-Brauerei.
„Doc Willi’s“
Eröffnung des Brauhaus-Restaurants „Dok Willi’s“ ist am 20. Februar. Kupferner Maischbottich mit Sudpfanne und Steuerelement stehen mitten im Gastraum und sorgen fürs heimelige Brauhaus-Element. 50 Sitzplätze sind auf der einen, fünf Hochtische sowie weitere Thekenplätze auf der anderen Seite des Raums vorgesehen. Vor dem Brauhaus werden ab Frühjahr 20 Sitzplätze eingerichtet, so dass bei schönem Wetter fast schon Biergarten-Atmosphäre am Bügeleisen entstehen kann.
Gelernt hat er das Brauen in Kurse beim Hersteller der Brauanlage in Niederösterreich. Eineinhalb Jahre gingen mit Planung und Schulung ins Land; gute gastronomische Erfahrung machten die Solls im „Eventhaus Giebel“. Aber eine Kneipe übernehmen wollten sie nicht. „Wir wollen die Gästen von der Optik und Qualität etwas Besonderes bieten“, so Monika Soll. Ein selbst gebrautes Bier unterscheide sich eben vom Industriebier.
Während im Gastraum der Sudkessel Blickfang ist, stehen im Keller Gärwanne und die Lagertanks: vier mal 500 Liter. Denn dort muss das Bier zwei bis drei Wochen reifen, ehe es trinkfertig ist. Zwei Biere wird er brauen: „Doks hell“ und „Doks dunkel“: eins geschmacklich in Richtung Kölsch, eins in Richtung Alt. Und dann gibt’s noch „Doks spezial“: Gebraut je nach Jahreszeit und Anlass. So zum Beispiel für Firmen, die ihr eigenes Bier auf ihrer Betriebsfeier trinken wollen. Auch Pilstrinker sind willkommen: das kauft er aber zu.
„Dok“ ist Solls Spitzname
„Dok“ ist übrigens Hanswilli Solls jugendlicher Spitzname. Weil sein Vater Zahnarzt war. „Kurz und prägnant“, so seine Gattin. „Wir haben ein halbes Jahr nach einem Namen fürs Bier gesucht. Auch in Verbindung mit Wermelskirchen. Aber dies passt einfach.“ Wenn sich das Bierbrauen eingespielt hat – dienstags ist übrigens künftig Brautag – will Soll Interessierten auch mit Führungen einen Einblick in die Bierbrauerkunst gewähren.
Mit Rolf Trusgnach haben die Solls zudem einen Koch angestellt (bisher Hotel Remscheider Hof). Vesperkarte für die künftige Außengastronomie, aber auch Mittagstisch mit wechselnden Gerichten und Abendkarte wird es geben. „Lecker essen, lecker trinken, gute Unterhaltung“ haben sich Hanswilli und Monika Soll auf die Fahne geschrieben: „Es wird, wenn es das Thema hergibt, sicher auch Livemusik im künftigen Brauhaus geben.“
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