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Wermelskirchen: Ein Markt ohne Stufen

VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 02.12.2009

Wermelskirchen (RPO). Neuer Entwurf kommt dem historischen Vorbild nahe. Mit dem Umbau wird im Spätsommer 2010 begonnen. Das Wasser plätschert aus fünf dezentralen Brunnenelementen. Kritik am Solitärbaum "Linde".

Der künftige Markt wird eine gut nutzbare Fläche werden, die selbst keine eigenen, hervorstechenden Merkmale hat, sondern das größtenteils historische, benachbarte Gebäudeensemble wirken lässt. "Das Kennzeichen das Platzes ist die Zurückhaltung", stellte Architekt Joachim Haase den jüngsten Entwurf im Fachausschuss vor. Damit ist eine Terrassierung ("Stolperfallen") vom Tisch. Der neue Entwurf hat da den historischen Platz als Vorbild – eine ebene, aber geneigte Fläche ohne Aufbauten.

Vor einem Jahr präsentierte das Büro Reicher-Haase den ersten Entwurf. Es soll das letzte Projekt in der Innenstadt-Umgestaltung sein und hätte eigentlich längst in Angriff genommen werden sollen. Doch Änderungen in den Förderrrichtlinien sorgen für eine Verzögerung von rund einem Jahr. Derzeit erwartet die Stadtverwaltung eine Vergabe des Projekts im Juni 2010, so dass nach der Kirmes mit dem Bau begonnen werden kann. Zehn Monate Bauzeit sind vorgesehen.

Info

Kostensituation

Die Entscheidung über die genaue Gestaltung des Marktes wird im Februar fallen. Bis dahin können die Fraktionen über die Details beraten. Im Haushalt vorgesehen sind 857 000 Euro. Das reicht gerade für den Tiefbau. Die Gestaltung mit Brunnen und Sitzelementen könnte weitere 150 000 Euro kosten. Wegen der angespannten Haushaltslage schlägt deshalb die Verwaltung vor, dass diese Kosten 90 000 Euro nicht überschritten werden sollten.

Der komplette Platz wird künftig auch für Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer ohne Schwierigkeiten befahrbar sein. Deshalb wurde von der Terrassierung Abstand genommen. Als Solitärbaum hat der Architekt eine Silber-Linde ausgesucht. Ein Plateau wird in die geneigte Fläche integriert, wo zum Beispiel Außengastronomie möglich ist. Sitzbänke erhöhen die Aufenthaltsqualität. Fünf dezentrale Brunnenelemente machen "den Platz erlebbar".

Behinderten-Leitplanung

Wichtig, so auch Verkehrsplaner Wolfgang Mesenholl, sei die Behinderten-Leitplanung: Die Kanten der Niederborde sind als dunkle Leitstreifen gedacht und damit für Behinderte gut erkennbar. Dies wird an den Querungen fortgesetzt.

Verschiedene Brunnen-Modelle stellte Haase vor – fünf dezentrale Elemente, einen Skulpturenbrunnen und einen Wassertrog. Letzteres ist sicher die billigste Lösung, die künstlerische Variante dürfte am teuersten werden.

Obwohl die Entscheidung erst im nächsten Jahr fallen soll, sprachen sich einige Politiker bereits für die dezentralen Brunnenelemente aus. "Der Plan ist sehr akzeptabel und eine konsequente Fortführung der bisherigen Pläne", so Bernhard Schulte (SPD): "Dieser Entwurf kommt dem ursprünglichen Platz am nächsten." Auch Dietmar Paulig (Grüne) sieht die "Schlüssigkeit" der Planung – "ein Platz ohne Kanten. Das begrüße ich. Denn Stufen sind Stolperfallen."

Inwieweit sich das "eingegrabene" Plateau als Stolperfalle erweisen könnte, ist noch unklar. Es setzt sich mit farblich anderen Materialien vom übrigen Platz ab, bekommt aber kein Geländer. Zu den Sitzflächen wird es eine Kante von 45 Zentimetern geben, zur anderen Seite etwa 50 Zentimeter.

WNKUWG und CDU schienen unglücklich mit der Wahl des Baumes. Klaus Hake: "Ich warne vor einer Linde. Die wirft viel Laub. Und bei der Feuchtigkeit im BergischenLand kann's auf dem Stein glatt werden."

Quelle: RP

 
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