Wermelskirchen: Einfach einmal hängen lassen
VON KRISTINA DE GIORGI - zuletzt aktualisiert: 02.08.2007Wermelskirchen (RPO). Zwölf Kinder und Jugendliche hatten auf Einladung der Bergischen Morgenpost und der Betreiberin des Klettergartens in Zurmühle, Gundel Ehlis, ihren Spaß in den bergischen Baumwipfeln.
Wie kleine muntere Äffchen hangeln sich 12 Kinder von Kletterstange zu Kletterstange, um sich dann schwungvoll an einem Seil durch die Luft tragen zu lassen. Hoch konzentriert und vorsichtig bewegen sie sich auf Netzen, Reifen und schmalen Balken. Gundel Ehlis gibt dabei den sicheren Halt und hilft bei kleinen Startschwierigkeiten auf der Kletterleiter, die sich schon mal ganz entgegen dem Willen der Kletterfreunde dreht und wendet. Die letzte Ferienaktion mit der Bergischen Morgenpost fand gestern im Grünen Klettergarten in Zurmühle statt.
Dabei geht es ganz schön steil zu: Kein Wunder, liegt die Attraktion für Groß und Klein doch am vermutlich steilsten Hang in der Hofschaft. Schön versteckt in den Bäumen, umfasst die Anlage drei Stationen: Eine kleine „Eingewöhnungsrunde“, die große Runde und die beiden Seilrutschen.
Der Klettergarten
Der GHW-Kletterpark in Zurmühle 3 hat zurzeit täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Es wird empfohlen, telefonisch nachzufragen, wie voll es ist: Tel. 02196-1091 oder Tel.0175-2649537. Jugendliche bis 15 Jahre zahlen 15 Euro, Erwachsene 20 Euro. Für soziale Einrichtungen und Gruppen gibt es Sonderpreise.
Niemand betritt den Parcours ohne Einweisung. Dafür sorgt der erfahrene Bergkletterer Mike Eber. Gurt, Karabiner, Seilrolle: Alles wird erklärt. Und am Boden ausprobiert. Beim „kleinen“ Moritz macht er den Flugtest: Der Achtjährige kreischt vor Vergnügen, als ihn Eber mit dem Klettergurt hochstemmt. Als dann ein Jugendlicher sich Handschuhe anzieht, schaut Eber grimmig: „Klettern ist Sport. Klettern muss weh tun.“ Wobei sicher entscheidender ist, ein besseres Gefühl für den Karabiner ohne Handschuhe zu bekommen.
Dann geht es mit Helm in die Höhe. Betreuerin Emmi begleitet die Kleinen, während die Größen eigenständig unterwegs sind. „Oh, das ist aber doch ganz schön hoch“, hält Louisa Suhr fest und äugt vorsichtig über die Plattform. Ab und zu hängen die Teilnehmer dann doch in den Seilen: „Und wie komme ich hier jetzt wieder runter?“ – die Rutschpartie endete abrupt auf halber Strecke. „Hilfe naht“ ruft da Gundel Ehlis schmunzelnd über die Wiese: „Einfach hängen lassen.“
Wer auf dem Boden noch groß tönt, wird in luftiger Höhe schnell still. „Da muss man sich keine Sorgen machen, sobald die Kinder oben sind, achten sie bestens auf ihre Sicherung“, weiß Ehlis aus Erfahrung. Gegenseitiges Mut zusprechen gehört ebenso dazu wie der „Befreiungsschrei“ auf der Rutsche. Aber selbst die Stärksten verlässt gegen Ende des Parcours schon mal die Kraft: „Wer auf der Plattform steht und ehrlich überzeugt ist, noch fünf Klimmzüge machen zu können, der ist wirklich gut“, weiß Mike Eber und fügt schmunzelnd hinzu „Aber wer kann das nach zwei Runden schon noch?“
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