Wermelskirchen: Einsturzgefahr auch bei den Kirchen
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 28.12.2010Wermelskirchen (RPO). "Einsturzgefahr nicht ausgeschlossen!", heißt es jetzt auch für die evangelische Stadtkirche. Denn die Schneemassen drücken immer mehr auf die Dächer. Kirchbaumeister Gerhard Fischer schließt deshalb nicht aus, dass die Stadtkirche in den nächsten Tagen gesperrt wird und die Gottesdienste zum Jahreswechsel abgesagt werden müssen.
Die Schneelast auf den Dächern der Stadtkirche, der Gemeindehäuser und Kindergärten der Stadtkirchengemeinde werde zur Zeit fast täglich gemessen, berichtet der Kirchbaumeister.
GZD-Dach schon zweimal geräumt
Mittlerweile sei eine Last von 105 Kilogramm pro Quadratmeter erreicht. Da es jedoch keine Statik für Altbauten wie die Stadtkirche gebe, könne über eine mögliche Einsturzgefahr eigentlich nur spekuliert werden. Holzbauten wie der Dachstuhl der Stadtkirche würden zwar als sicherer eingeschätzt als Stahlkonstruktionen, dennoch werde kein Risiko eingegangen, betont Fischer.
Spätestens Donnerstag werde deshalb entschieden, ob die Stadtkirche gesperrt werde. Zur Zeit sei sie ohnehin geschlossen, da erst ab Freitag wieder Gottesdienste dort stattfinden sollen. Keine Gefahren sieht Fischer aber für die Kindergärten und Gemeindehäuser. Besondere Vorsichtsmaßnahmen wegen der Schneelast auf den Dächern werden auch in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Dabringhausen ergriffen.
"Wir haben bereits zweimal das Flachdach auf unserem GZD vom Schnee räumen lassen, einmal vor den Weihnachtstagen", berichtet Pastor Ulrich Abels und fügt hinzu: "Wir wollten schließlich nicht so etwas wie in Belgien erleben, wo eine Kirche nach der Christmette eingestürzt ist". Eine Dachdeckerfirma und Freiwillige aus der Gemeinde räumen das Dach des GZD, auf dem die Schneelast auch weiterhin regelmäßig gemessen wird.
Solche Kontrollen durch eine Fachfirma gibt es jetzt auch regelmäßig auf dem Dach des Gemeindezentrums Neuschäferhöhe. "Im vergangenen Winter haben wir den Schnee vom Dach räumen lassen," erinnert Pastor Bernd Busche. Die derzeitigen Kontrollen hätten aber ergeben, dass noch keine Sicherheitsbedenken bestünden.
Nicht nur Flachdächer betroffen
Keine Sorgen über zu große und schwere Schneemassen auf den Dächern der Kirchen und Gemeindehäuser machen sich die Küster in Dhünn und Dabringhausen, wie Nachfragen der BM gestern ergaben. Ulrike Germ (Dhünn) und Hans-Martin Wendt (Dabringhausen) meinten, da es sich um Spitzdächer bei den Kirchen handele, sei keine Einsturzgefahr gegeben. Das gleiche Argument trug auch Pfarrer Michael Knab für die Kirchen- und Gemeinderäume von St. Michael und St. Apollinaris vor.
Kirchbaumeister Fischer sieht dies aber anders: Auch bei Spitzdächern könne die Schneelast gefährlich werden: "Aber das gilt natürlich dann auch für alle Wohnhäuser, nicht nur für Kirchen und sonstige öffentliche Gebäude", fügte er hinzu.
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