Wermelskirchen: Freibad: Verein vor Auflösung
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 12.03.2011Wermelskirchen (RPO). Franz Steuper hat den Vorsitz zum 31. März 2011 niedergelegt. Der Antrag des "Regenbogen"-Bündnisses, das Freibad Dabringhausen ohne Trägerverein in 2012 zu schließen, droht dem Förderverein den Rest zu geben.
Dem Freibad Dabringhausen droht das Aus. Obwohl auf dem besten Weg, durch das ehrenamtliche Engagement fast 30 Prozent der Kosten dauerhaft einzusparen, wird die gestrige Ankündigung des Regenbogen-Bündnisses wohl zum Exitus führen. Das Bündnis, das im Stadtrat die Mehrheit hat, will das Freibad ab 2012 schließen, wenn es nicht bis spätestens 2012 in eine private Trägerschaft wie in Dhünn überführt wird.
"Bei diesen politischen Bedingungen verliert man jede Lust, noch was zu machen", kommentierte gestern Franz Steuper erbost diesen politischen Antrag. Gesehen hat er von den Politikern noch niemanden im Bad. Der Vorsitzende der Freibadfördervereins Dabringhausen ist nur noch bis zum 31. März Vorsitzender – er sei zurückgetreten, um Neuwahlen zu ermöglichen. "Der neue Vorstand sollte eigentlich im Sommer die Verträge für 2012 mit der Stadt bestätigen." Ob dieser Schritt noch vollzogen wird, weiß Steuper nicht. Er rechnet eher mit der Auflösung. "Wird der Bürgermeister jetzt den Vertrag kündigen?" Steuper trägt für diese Saison noch die Verantwortung.
Spar-Bilanz des Vereins
Ausgangspunkt Der Förderverein hat bereits 2010 die Sanierung des städtischen Haushaltes unterstützt und sparte durch Eigenleistung, noch bevor die 20-prozentige Kürzung der freiwilligen Zuschüsse in 2011 griff. Geplant war, in 2010 den Zuschuss um ein Fünftel auf 216 000 Euro zu senken. Zahlen muss die Stadt nur 185 571 Euro.
Zusage Für 2011 hatte der Verein die Zusage von 216 000 Euro – 190 000 Euro visierte Steuper an.
Wo bleibt das Bädergutachten?
Verärgert ist Steuper, dass mit dem Verein von politischer wie auch von städtischer Seite keine Gespräche über diesen Schritt geführt wurden: man könnte doch über alles reden und Lösungen finden. "Auch das Bädergutachten kennen wir nicht." Das sei unmöglich. Für ihn stecke der Bürgermeister hinter diesem Verhalten.
Erste Reaktionen aus der Mitgliederschaft bekam Steuper bereits zu spüren. "Heute Morgen haben mich schon Mitglieder angerufen und gesagt, dass sie jetzt nicht mehr soviel Zeit aufbringen werden." Sponsoren brauche er jetzt auch nicht mehr anzusprechen – "und was mache ich mit den Sponsorenzusagen?" Der Verein werde nicht das Freibad übernehmen. Es sei 40 Jahre nicht gewartet worden, außerdem gebe es so viele Schäden, da sei ein Trägerverein völlig überfordert, das Bad in diesem Zustand zu übernehmen.
Was bei ihm aufstoße, sei die Tatsache, dass sein Verein als einziger einen Vertrag mit der Stadt habe – und fast 30 Prozent der Kosten einspare. Von anderen Sportstätten gebe es keine Kennzahlen. "Sollen wir jetzt die Stadt retten? Der Verein hat schon viel für den städtischen Haushalt getan. Und jetzt müssen wir als Erstes dran glauben." Er halte es auch für einen falsche Weg, bei Kindern und Senioren zu sparen. Er fordert den Bürgermeister auf, ihm in den nächsten 14 Tagen mitzuteilen, wie er nun weiter verfahren soll: "Wir wollten nächste Woche mit den Arbeiten beginnen."
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