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Wermelskirchen: Fußgänger litten unter Blitzeis

VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 15.01.2009

Wermelskirchen (RPO). Notfallambulanz im Krankenhaus hatte allein sechs Patienten mit Brüchen. Schüler stürzten auf spiegelglatten Bürgersteigen. Unfälle mit Blechschäden. Bauhof-Mitarbeiter streuten Steilstrecken auch mit Hand ab.

Info

350 Tonnen Salz

Rund 350 Tonnen Salz hat der städtische Betriebshof bereits in diesem Winter auf die Straßen aufgebracht. Das sind rund 140 Ladungen der Streufahrzeuge. Nachschubprobleme gibt es aber nicht. Der Silo am Bauhof ist voll, Nachbestellungen erfolgen ständig und werden auch prompt geliefert.

Am Dienstag atmeten die Wermelskirchener auf – sie waren vom angekündigten Blitzeis verschont geblieben. Dafür traf es sie gestern im morgendlichen Berufsverkehr mit aller Härte. Gegen 5 Uhr setzte der erste Regenschauer ein, und blitzschnell verwandelten sich vor allem die Pflastersteine der Bürgersteige in Eisflächen. Das bekam vor allem die Notfallambulanz des Krankenhauses zu spüren. Geschäftsführer Christian Madsen: "Allein sechs Fußgänger wurden mit Brüchen eingeliefert."

Auch an manchen Schulen ging's hoch her. So musste das Sekretariat in der Realschule die Schüler morgens mit Kühlelementen versorgen, weil sie auf dem Schulweg zur Schule auf spiegelglatten Bürgersteigen gestürzt waren. Vorsorglich blieben sie dann in der Pause im Schulgebäude. Die Hauptschüler durften dagegen ausschlafen: Ihre Lehrer hatten Zeugniskonferenz.

Gut durchgekommen sind die Busse der RVK, hieß es gestern. Lediglich an den Steigungsstrecken zwischen Dhünn und Halzenberg sei es "ein bisschen glatt" gewesen, berichteten die Fahrer der Einsatzzentrale in Braunsberg.

Viele Blechschäden

Hatte die Polizei jüngst die Wermelskirchener bei neuerlichem Schneefall noch gelobt, knallte es jetzt doch richtig im Stadtgebiet. Pressesprecher Peter Raubuch berichtete von sieben Unfällen zwischen 5.42 und 9 Uhr. Vor allem in Seitenstraßen. Dabei blieb es aber bei Blechschäden. Berichtet wurde der Polizei auch von vielen Bürgern, die auf vereisten Bürgersteigen gestürzt seien. Ebenso muss es auch auf Parkplätzen im Stadtgebiet Unfälle gegeben haben – dort war häufig noch nicht gestreut. Straßenmeister Jürgen Schütze war wieder seit 3 Uhr unterwegs – seine Mitarbeiter bekamen den gefrierenden Regen dann ab 5 Uhr zu spüren. "Wir hatten eigentlich am Dienstag mit dem Eis gerechnet." Betroffen seien vor allem gepflasterte Wege und Flächen gewesen. "Kurioserweise aber nicht die Telegrafen- und Kölner Straße. Davon habe ich mich selbst überzeugt. Trotzdem haben wir noch einmal nachgestreut."

Dass es gestern mit dem Streudienst länger gedauert habe, hätte auch etwas mit der Eigensicherung zu tun gehabt, so Schütze. "Einige Steilstücke, wie Auf dem Kampf oder Auf dem Dorn, haben die Kollegen per Hand abgestreut." Für Donnerstag ist übrigens "Schneeregen" angekündigt – wie für Mittwochnacht. "Also Achtung: Es kann wieder glatt werden."

Lob gab's für den städtischen Streudienst aus Dhünn. Stefanie Schüller: "Der Winterdienst klappt in diesem Ausnahmewinter einfach super." Geräumt werde die Sackgasse Schulstraße noch vor sechs Uhr, beim gestrigen Blitzeis sei der Streuwagen immer noch sehr zeitig um 8.15 Uhr, und zwar rückwärts den Berg herunter, gekommen. "Ich bin begeistert von der guten Arbeit und möchte allen Mitarbeitern ein großes Lob und Danke sagen", so Frau Schüller.

Quelle: RP

 
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