Wermelskirchen: Gymnasium: Längere Ferien nicht sehr hilfreich
zuletzt aktualisiert: 07.08.2009Wermelskirchen (RPO). Vor einer großen Unbekannten stehen die Leiterin des Gymnasiums, Marita Bahr, ihr Kollegium, so wie auch alle anderen Schulen: Wann enden die Sommerferien, werden sie wegen der Schweinegrippe auf ein oder sogar zwei Wochen verlängert? Marita Bahr hofft, dass dies nicht geschieht, plant aber jetzt bereits mit den Lehrern "den Ernstfall". Denn im Gymnasium hieße es bei einer Entscheidung für eine Ferienverlängerung auf keinen Fall: "Hurra, Schweinegrippen-Frei!"
Nachmittags dann nacharbeiten
Im Gegenteil: Das dichte Unterrichtspensum muss gerade bei diesem Schultyp geschafft werden. Ein bis zwei Wochen können da schon erhebliche Lücken verursachen, allerdings weniger beim Abiturjahrgang, wie Marita Bahr einschränkt: "Wir könnten dem 13er Jahrgang Arbeitsmaterial zur Verfügung stellen, vielleicht auch per E-Mail. Denn die sind in der Lage, auch selbstständig zu arbeiten", sagt Bahr. Wesentlich problematischer könnte sich eine Ferienverlängerung für die Klassen neun und zehn auswirken, gibt sie zu bedenken. Denn dort sei das Unterrichtsprogramm sehr straff, aber in diesem Alter brauchten die Schüler noch mehr die Anleitung durch die Fachlehrer. Fazit: "Bei einer Ferienverlängerung müssten wir für die neunten und zehnten Klassen den Unterrichtsstoff in Absprache mit den Eltern in einem Intensivkurs an mehreren Nachmittagen nachholen", kündigt die Schulleiterin an.
Doch sie meint, dass eine Ferienverlängerung eigentlich kein probates Mittel gegen die Ansteckung mit Schweinegrippe sei: "Wenn die Kinder längere Ferien haben, dann gehen sie ins Schwimmbad und sonst wo hin und stecken sich auch an", meint Bahr und fügt hinzu: In der Schule könne die Schweinegrippe doch eigentlich viel besser unter Kontrolle gebracht werden: "Wenn wir einen Fall in einer Klasse hätten, dann würden wir gezielt reagieren und mit den Eltern gemeinsam absprechen, die Kinder zu Hause zu lassen." Aber sie gehe nicht davon aus, dass es überhaupt erst so weit komme. "Wir werden in der Schule alles tun, damit die besonderen Hygienemaßnahmen eingehalten werden." Dazu gebe es heute ein Gespräch mit den Klassenlehrern, informiert die Schulleiterin.
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