Wermelskirchen: Hundehaufen weiter im Visier
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 16.04.2009Wermelskirchen (RPO). Unverantwortliche Hundehalter beschmutzen mit ihren Vierbeinern nach wie vor das Spielgelände am Braunsberg. Die Stadt baut nun ein Dog-Stop-Gitter ein, sie appelliert aber vorrangig an die Sozialkontrolle der Anwohner.
Über stinkende Tretminen auf dem Spielplatz am Braunsberg beschweren sich Eltern und Großeltern nach wie regelmäßig in Telefonaten mit dem städtischen Bauhof und dem Jugendamt. Die beiden Ämter standen zwar bereits in den Startlöchern für eine konzertierte Aufräum-Aktion am Braunsberg, um auch die Anwohner zu mehr Sozialkontrolle zu motivieren. Aber diese Aktion wurde, wie wir berichteten, vom zuständigen Dezernenten Jürgen Graef nicht genehmigt. Statt dessen rückte der von Graef mitunterstützte Bürgermeisterkandidat von CDU und SPD, Hans-Dieter Husfeldt, zu seiner eigenen Tretminen-Räumaktion am Braunsberg zu Wahlkampfzwecken aus.
Was ist ein Dog-Stop?
Das Dog-Stop-Gitter wird in den Boden eingelassen, ist also kein Zaun. Wenn Hunde über das Metallgitter laufen wollen, dann drückt sich das Gitter zwischen die Krallen. Dies hält normalerweise einen Großteil der Hunde von den Spielplätzen fern, allerdings nur dann, wenn das Gelände rundherum auch eingezäunt ist.
Dass solch ein punktueller Einsatz nicht ausreicht, beweisen aber die nachhaltig weiter in den Ämtern eingehenden Beschwerden. "Unsere geplante Aktion hat zwar nicht stattfinden können, aber wir wollen doch noch aktiv werden", berichtet Andreas Voß vom Jugendamt auf Nachfrage. Er selbst sei mehrfach von Eltern und Großeltern auf die "Hundebomben" in der Nähe der vom Jugendamt betreuten Einrichtungen am Braunsberg angesprochen worden.
"Ich bin dann noch mal herausgefahren und habe mir das Gelände angeschaut. Auf dem Spielgelände selbst lag zwar nicht so viel Hundekot herum, aber auf dem Verbindungsfußweg zum Spielplatz", hat Voß festgestellt. Deshalb werde dort in Kürze ein so genanntes Dog-Stop-Gitter in den Boden eingelassen: "Wir haben auf einem anderen Spielplatz schon Erfahrungen damit gemacht, solche Gitter bewähren sich und halten die Hunde tatsächlich auch ab", sagt Voß. Doch er schränkt ein: "Wir wollen das Gelände auf keinen Fall hermetisch einzäunen und auch keine Hundepolizei dort aufstellen."
Denn gerade am Braunsberg gebe es genügend Alternativen, wo Hundebesitzer ihren Vierbeiner sein Geschäft erledigen lassen könnten: "Die Wälder grenzen doch sofort ans Wohngebiet an, da muss niemand mit seinem Hund auf den Spielplatz gehen", betont Voß. Deshalb sei die geplante Installation des Dog-Stop-Gitters auch nur als ein Zeichen zu verstehen: "Wir wollen damit ausdrücken, dass wir als Stadtverwaltung als letztes Mal aktiv werden und damit an die Sozialkontrolle der Anwohner appellieren", betont Voß.
Denn generell ließe sich ein Problem wie am Braunsberg auf Dauer nur durch die Betroffenen selbst in den Griff bekommen, und zwar "durch Anwohner, die Hundehalter freundlich darauf hinweisen, dass sie mit ihren Vierbeinern auf Spielplätzen nichts zu suchen haben; und vor allem durch verantwortungsbewusste Hundehalter".
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