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Wermelskirchen: Internate waren die richtige Wahl

VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 01.03.2008

Wermelskirchen (RPO). Die beiden hochbegabten Ehemaligen des örtlichen Gymnasiums, Julia Dahm und Rebekka Hammelsbeck, haben das erste Halbjahr in ihren neuen Elite-Internaten hinter sich. Alles läuft prima. Es gibt kein Heimweh, die Noten stimmen, die Mädchen fühlen sich gefördert und gefordert.

Rebekka Hammelsbeck fühlt sich im Internat in Schwäbisch Gmünd gut gefördert. Sie lernt dort bereits Hebräisch.  Foto: RPO
Rebekka Hammelsbeck fühlt sich im Internat in Schwäbisch Gmünd gut gefördert. Sie lernt dort bereits Hebräisch. Foto: RPO

„Unsere Tochter Julia ist immer noch Klassenbeste, aber wir haben sie mit 14 Jahren auch schon aus dem Haus’“, sagt Uwe Dahm einerseits stolz und andererseits nachdenklich. Julia Dahm und Rebekka Hammelsbeck sind beide hochbegabt. Deshalb verabschiedeten sich die die Klassenkameradinnen vor etwa einem halben Jahr von ihren Mitschülern im Gymnasium Wermelskirchen. Rebekka besucht seitdem das Landes-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd und Julia das Elite-Internat Schulpforta in Sachsen/Anhalt. Julia hat bereits ihr erstes Halbjahreszeugnis; Rebekka wartet noch auf das Trimester-Zeugnis.

Zehn Einsen und sechs Zweien

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Zwei aus einer Klasse

Für das örtliche Gymnasium war es ein absolutes Novum, dass zwei Hochbegabte auch noch eine Klasse besuchten. Die ewigen Einseschülerinnen Julia Dahm und Rebekka Hammelsbeck fühlten sich an ihrer Wermelskirchener Schule aber schlichtweg unterfordert und wechselten deshalb im vergangenen Sommer in Internate für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd und Bad Kösen.

„Julia hat zehn Einsen, sechs Zweien und nur eine Drei, in Astronomie in ihrem ersten Halbjahreszeugnis im Internat“, berichtet ihr Vater stolz. Die Entscheidung sei absolut richtig gewesen, an die Schulpforta zu wechseln, obwohl dort viel mehr Arbeit und Stress auf Julia zukämen als daheim. „Sie wird dort gefordert und gefördert“, weiß Uwe Dahm. Und das tue Julia sehr gut, sie sei in der kurzen Zeit schon viel selbstständiger und erwachsener geworden: „Heimweh scheint unsere Tochter auch nicht zu haben. Sie kommt alle zwei bis drei Wochen am Wochenende nach Hause, bleibt aber auch schon mal am Wochenende im Internat. Und für die Schulferien hat sie uns schon angekündigt, dass sie nicht zu uns kommt, sondern mit ihren neuen Internatsfreunden durch ganz Deutschland ziehen will“, staunt der Vater.

Julia Dahm ist auch im Internat in Sachsen/Anhalt Klassenbeste geblieben. Sie wurde in einem halben Jahr schon viel selbstständiger. Foto: RPO

Julia Dahm hat denn auch die Hürde geschafft, Latein als neue Sprache zu beginnen und insgesamt völlig neuen Unterrichtsstoff in kürzester Zeit hinzu zu lernen, weil die Curricula in Nordrein-Westfalen andere sind als in Sachsen/Anhalt. Und dort gibt es auch so exotische Fächer wie Weinbau und eine Atmosphäre auf dem Campus und in dem ehemaligen Kloster wie aus den Harry-Potter-Büchern und -Filmen.

Rebekka Hammelsbeck freut sich an ihrer neuen Schule in Schwäbisch Gmünd unter anderem über die vielen Nachmittagsangebote. Dazu gehören Fechten, Improvisationstheater, aber auch ein Israel-Austausch. „Wir lernen schon ein wenig Hebräisch“, erzählt Rebekka.

Durch ein ganz anderes Unterrichtsschema als daheim und die vielen Nachmittagsangebote fühlt sie sich jetzt besser ausgelastet als an ihrer „alten“ Schule. „Hier gibt es nur Doppelstunden“, berichtet sie. Und innerhalb der Fächer gebe es ein Stufensystem, in dem sich die Schüler je nach Leistung hocharbeiten können.

Ganz besonders angetan ist Rebekka Hammelsbeck von ihrer Wohngemeinschaft im Internat. Die zehn Mädchen aus der siebten bis zehnten Klasse wohnten dort in Doppelzimmern und teilten sich „wie in einer Familie“ ein Wohnzimmer, eine Küche und ein Bad. „Und alle zwei Wochen haben wir donnerstags einen WG-Abend. Da wird immer etwas aufgeführt“, erzählt Rebekka, die dann freitagsmorgens alle zwei Wochen in den Zug steigt und etwa fünf Stunden später daheim ist. Sie lobt auch ihre Lehrer im Internat: „Zu 90 Prozent wohnen unsere Lehrer auch auf dem Campus und sind alle sehr engagiert.“ Sie kümmerten sich auch als Mentoren um die Wohngemeinschaften, seien weitaus mehr als nur Fachlehrer, eben auch immer ansprechbar für das, was die Schüler bewegt.

Quelle: RP

 
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