Wermelskirchen: Joghurt und dünne Mädchen
VON BERND GEISLER - zuletzt aktualisiert: 16.10.2007Wermelskirchen (RPO). Sie strahlten beide über das ganze Gesicht: Anna Meinert und Deborah Laureen Knüppel waren wohlbehalten und frisch von ihrem Schnupper-Besuch der Bulgarischen Universität in Varna vom 26. September bis 6. Oktober zurückgekommen. Jetzt erzählten sie von ihrer Reise.
Natürlich hat es den angehenden Abiturientinnen gut gefallen, ein für sie noch unbekanntes Land zu besuchen, neue Kontakte zu knüpfen, den Universitätsbetrieb kennen zu lernen und mit Land und Leuten auf Tuchfühlung zu gehen. „Schon das Essen in der Mensa war gut“, schwärmte Deborah. „Es gab viele Speisen mit Joghurt, zum Beispiel Moussaka oder den Salat Schopskar und eine Art Dickmilch, Ayran.“ „Und ganz tolle Desserts“, ergänzte Anna.
Einstieg in fremde Kultur
Die beiden Wermelskirchenerinnen hatten sich zum Ziel gesetzt, den Einstieg in eine andere Kultur zu finden und das dortige Studentenleben kennen zu lernen – wie die Studenten leben, „was sie den ganzen Tag machen“, und worauf die Universität Wert legt. Dabei stellte sich als Unterschied zu Deutschland heraus, dass im Studium sehr „vieles Technische“ gemacht wird, also die Praxis im Vordergrund steht.
Zu zwei Drittel konnten sie sich auf Englisch mit den Studenten verständigen, bei einem Drittel klappte es sogar auf Deutsch. Die Bulgaren seien sehr deutschfreundlich, hieß es. Anna und Deborah staunten über die Studentinnen der Mode-, Kunst- und Design-Fakultät. „Die meisten sind so dünn!“, sagte Anna. „Sie sehen aus, als äßen sie am Tag nur einen Apfel. Und sie laufen bereits morgens schon so aufgebrezelt herum – auf High Heels und so –, wie ich es noch nicht einmal abends wage.“
Internationaler Ruf
Professor Heinrich Niehaves, Dozent für EU-Recht an der Universität Varna, hatte den Besuch vermittelt und erläuterte: „Diese Mode-Fakultät besitzt einen internationalen Ruf. Sie geht auch mit einer Modenschau auf Tournee. Vielleicht kann diese Modenschau im nächsten Jahr auch in Wermelskirchen stattfinden.“
Schade allerdings, dass der Besuch in die Semesterferien der Universität fiel. So hatten die Mädchen nur die Möglichkeit, eine bulgarische Vorlesung zu besuchen, die sie dann mangels Sprachkenntnisse lieber gegen einen Besuch der Stadt eintauschten. Tagsüber kümmerte sich eine Begleitperson um sie und führte sie zu allen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Abends „konnten sie dann auch schon mal in eine Disco gehen“.
„Es war ein Versuchsballon“, sagte Niehaves, „den wir hier gestartet haben. Es kann der Beginn für einen gegenseitigen Schüler- und Studentenaustausch sein.“ Nach seiner Meinung hat sich der Ballon erfolgreich in die Luft gehoben. Ach Schulleiterin Elke Bergmeister freute sich: „Für das Gymnasium bedeutete der Besuch der beiden Schülerinnen 0 Kosten.“
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