Wermelskirchen: Kämpfen für den Seniorentreff
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010Wermelskirchen (RPO). Wegen ihrer hohen Verschuldung muss die Stadt auch dem Haus der Begegnung 20 Prozent des Zuschusses streichen. Damit wird die Finanzierung des Personals schwierig. Doch ein Förderverein soll jetzt helfen.
Ihre hohe Verschuldung zwingt die Stadt Wermelskirchen zu Einsparungen, die weh tun: Das Haus der Begegnung muss sich nun, wie alle anderen Instutionen aus dem freiwilligen Ausgabenbereich der Stadt, auf eine 20-prozentige Kürzung der städtischen Gelder einstellen. Die zur Rede stehenden 15 000 Euro weniger würden aber bedeuten, dass das hauptamtliche Personal nicht mehr so beschäftigt werden könnte wie bislang und das qualitativ- hochwertige Bildungs-, Gesundheits- und Unterhaltungsangebot des Seniorentreffs nur noch begrenzt weiterzuführen wäre.
"Deshalb wollen die Senioren für ihr Haus der Begegnung kämpfen", weiß die hauptamtliche Mitarbeiterin Gundula Schröder. Immerhin 500 Wermelskirchener ab 50plus aufwärts gehörten inzwischen zu den Stammgästen des Hauses der Begegnung: "Und für die wäre es ein herber Verlust, wenn es uns nicht mehr oder nur noch eingeschränkt gäbe", sagt Gundula Schröder.
Vereinsgründung
Zur Gründung des Fördervereins lädt das Haus der Begegnung, Schillerstraße 6, für Mittwoch, 4. August, ab 18 Uhr, ein. Gesucht werden Interessenten für die Mitgliedschaft, aber vor allem auch für die aktive Mitarbeit im Vorstand. Der Satzungsvorschlag für den Förderverein und weitere Informationen sind unter Tel. 84726 zu erfragen.
Senioren ergreifen Eigeninitiative
Dieser Einschätzung pflichtet auch Sozialdezernent Jürgen Graef bei: "Die Stadtverwaltung ist zur Daseinsvorsorge verpflichtet. Für die finanziellen Zwänge können wir nichts, wir sparen nicht aus Spaß. Ziel ist es aber, das Haus der Begegnung mit der bisherigen Personalbesetzung zu halten." Denn er wisse, dass das Haus der Begegnung für viele Senioren die einzige Kontaktmöglichkeit nach draußen sei, die einzige Stelle, die ihnen auch noch geistige Beschäftigung biete: "Es hilft ihnen, lebendig zu bleiben, im Alter nicht nur einsam vor die Wand zu gucken", zeigt Graef Verständnis. Doch der Dezernent weiß auch, dass der Erhalt des bisherigen Standards der Begegnungsstätte nur durch Eigeninitiative möglich ist.
"Und die werden wir ergreifen!", kündigen Gundula Schröder und auch Heidi Popko an, die Leiterin von Haus Vogelsang und somit Sprecherin des Trägers der Begegnungsstätte. Ein Förderverein wird jetzt gegründet, um das Haus der Begegnung finanziell abzusichern. Stellvertretender Bürgermeister Dirk Wartmann habe den Vereinsstart bereits mit seiner Beratung für eine Satzung begleitet, berichtet Gundula Schröder. Auch Experten wie Rechtsanwälte stünden bereits für den Förderverein zur Verfügung: "Wir suchen aber noch viele kompetente Leute und zahlende Mitglieder", betont sie.
Außerdem seien besondere Benefizaktionen wie etwa ein Sonntags-Brunch zugunsten der Begegnungsstätte geplant: "Es gibt schon einen Arbeitskreis, und der hat viele Ideen", weiß auch Heidi Popko. Gundula Schröder erlebt indes tagtäglich mit, wie besorgt, aber auch bemüht die Senioren seien, ihren Treff zu erhalten: Denn das Haus der Begegnung sei tatsächlich für viele zu einem ganz wichtigen Lebensmittelpunkt geworden.
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