Wermelskirchen: Karnevalisten „erobern“ Baustelle
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 29.01.2008Wermelskirchen (RPO). Jarno war schon ganz ungeduldig. Obwohl der Dreijährige gar nicht wusste, was ihn so richtig erwartet. Der „kleine Häuptling“ bekam von der Nachbarin erst einmal eine Handvoll Süßes, und Vater Eric Offermanns erklärte ihm dann die vielen kostümierten Gestalten, die urplötzlich auf der Telegrafenstraße auftauchten: Die Dabringhausener Karnevalisten eroberten die Innenstadt.
Karneval endlich in der Stadt
Zum „Baustellen-Karneval“ hatten einige Einzelhändler eingeladen. Und die Dawerkusener zeigten Solidarität – immerhin gibt’s in der Innenstadt ja keinen Karneval. Das gehört seit gestern der Vergangenheit an. Denn der Termin für 2009 steht fest: „Den Montag vor Rosenmontag kommen wir künftig zu Euch“, rief Prinzenführer Harry Tiede allen zu: „Ich find’ das ganz lecker bei Euch...“
Die Kindertanzcorps, die Löher Schwestern und Pänz sowie Männer der Altstadtgarde begleiteten das Dreigestirn bei dieser „Welturaufführung“ (Wolfgang Broichhaus). Stadtmanager Maximilian Fresen meinte, dass man erst eine Baustelle brauche, um die Karnevalisten auch in die Innenstadt zu holen. Mit dieser kleinen Abordnung sollte die „negative Stimmung ins Positive umgesetzt“ werden – was durchaus gelang. Die Einzelhändler strahlten wie lange nicht mehr, als die Kinder zur Musik von Jim Knopfs „Eine Insel mit zwei Bergen“ den „Tanz zu Ehren der Baustelle“ vorführten und sich auch in den Matsch setzten („Ihr seid ja heute schmerzfrei“, lachte Tiede), um ihre einstudierte Choreografie einzuhalten.
Den Sessionsorden hatte sich auch Stefan Rojewski verdient, der die Karnevalisten in die Stadt geholt hatte. Nachbar Norbert Nitsch (Optik Berghaus) freute sich: „Gut, dass etwas in Bewegung gesetzt wird.“ Er wippte fleißig mit und ließ sich mit Bauer Stefan gern fotografieren, während der im Gegenzug das Dreigestirn-Button verteilte und sich von seiner Mitarbeiterin dafür ein Bützchen abholte.
Und als es dann den guten „Dreigestirn-Tropfen“ für die Erwachsenen bei Apotheker Ekkehard Lehnert gab, schunkelten alle mitten auf der Baustelle. Denn Autos hatten gestern Nachmittag keine Chance gegen die geballte narrische Kraft. Gut so!
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