Wermelskirchen: Karnevalssitzung vom Feinsten
VON CLAUDIA SCHADT - zuletzt aktualisiert: 28.02.2011Wermelskirchen (RPO). Die KG Rot Weiß St. Michael begeisterte mit einem bunten Programm im Bürgerzentrum. Ob "Weibsbilder" oder der jecke Klerus – hier kam jeder auf seine Kosten. Besondere Begeisterung riefen die "Dröppelminnas" hervor.
Sie hatten einen der letzten Auftritte bei "Freude unterm schiefen Turm", der großen Karnevalssitzung von Rot Weiß St. Michael, am Samstagabend im Bürgerzentrum. Er war ohne Zweifel der Höhepunkt des Abends. Als "De Dröppelminnas" schubste und schob man sie auf die Bühne, so gebrechlich wirkten Pfarrer Michael Knab, Pater Jaison, Diakon Armin Dorfmüller und Pastoralreferent Stefan Haas als "undichte" alte Damen. Am schlimmsten hatte es Michael Knab erwischt – an einer Krücke und sich den Rücken haltend, schwankte er vor dem Mikrofon hin und her und beschwerte sich im schönsten Platt über den vielen Schnee im Dezember.
Fakten
Kosten der Sitzung Ca. 3000 Euro
Vorbereitungsdauer 1 Jahr
Verkaufte Karten 380
Mitwirkende 2 Tanzgruppen, 3 Gesangsgruppen, 4 Büttenredner, 1 Showband
"Für uns aale Lück is dat jar nix. Da brichste dir noch alle Knochen", schwadronierte er in Anspielung auf seinen Unfall im letzten Jahr. Armin Dorfmüller, der Remscheider unter den Pfarrern, mit blonder Perücke und leicht an Hans Werner Olm erinnernd, erklärte, dass man in der Nachbarstadt schon gar nicht mehr gestreut hätte. Das war das Stichwort – von nun an hatte Remscheid keine Chance mehr. Stefan Haas erklärte den verzückten Zuschauern, dass die Remscheider demnächst im Eschbachtal Begrüßungsgeld erhalten würden, dann bräuchten sie wenigstens nicht mehr schwarz hier zu parken.
Remscheid bekam sein Fett weg
Alles nahmen die "alten Damen" auf die Schippe, die Schlaglöcher auf den Straßen, den unhandlichen Gemeindebrief und die Verlegung der Polizeiwache auf die grüne Wiese. Aber Remscheid blieb das Thema. Es wurde improvisiert, wo es nur ging und das Publikum dankte es den Akteuren mit viel Zwischenapplaus.
So angesteckt, ließ es sich Bürgermeister Eric Weik nicht nehmen, dem armen Remscheider Begrüßungsgeld zuzustecken, welches dieser schnell im Ausschnitt verschwinden ließ.
Aber auch die anderen Gruppen und Büttenredner ließen keine Wünsche offen. Drei tolle Tanz- und Showgruppen heizten den Zuschauern mächtig ein. Die Tanzgruppe der KG Rot Weiß Dabringhausen stand den Cheerleadern vom 1. FC Köln in nichts nach. Beide waren ein Augenschmaus. Die Showband "Sambacabana" aus Köln bot ein akustisches Feuerwerk der Extraklasse, sodass es so manchen Zuschauer nicht mehr auf seinem Stuhl hielt.
Auch Michel (Rolf Johann) und Berthel (Günter Klein) sinnierten als die "Zwei Türme" über aktuelle Probleme. Rolf Johann, als erster evangelischer Sitzungspräsident überhaupt bei der KG, will für die evangelische Kirche jetzt auch Opferlichter einführen und diese für einen Euro verkaufen. So könne man an Heizkosten sparen und das Heizöl subventionieren. Die "Weibsbilder" hatten die ultimative Idee, dass die Stadtverwaltung doch arbeiten gehen sollte, wenn sie Geld bräuchte, und die "2 Bröder" machten unkonventionelle Vorschläge zur Gestaltung der Rathausfassade.
Musikalisch abgerundet wurde die Sitzung durch die Auftritte der "Botzenträger".
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