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Wermelskirchen: Kaufhaus wird doch abgerissen

VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 19.01.2010 - 09:15

Wermelskirchen (RPO). Gerhard Uhle plant als Käufer des ehemaligen Ring-Kaufhauses nun doch einen Neubau. Zwei Etagen und zwei weitere Parkdecks will er bauen, dafür müssten aber zwei Häuser am Brückenweg für die Andienung weichen.

Info
Behindertengerecht

Die unterschiedlichen Ebenen des neuen Kaufhauses würden nach neuesten Baustandards auch behindertengerecht mit Aufzügen ausgestattet. Parkflächen und Handelsflächen sind auf der Höhe des ersten Obergeschosses geplant. In der Sicht auf den Komplex von oben würde die Fassade 91 Meter die Telegrafenstraße entlang reichen und an der linken Seite hinter der Polizeiwache bis an den Brückenweg geführt. Dort befänden sich die Einfahrten zur Anlieferung und auf die Parkpaletten. Der Wohn- und Geschäftshausbereich mit dem Reisebüro am Brückenweg oberhalb der jetzigen Parkplatzeinfahrt bliebe aber unberührt.

Das Kaufhaus zu kaufen, war nur der eine Streich für den Bochumer Unternehmer Gerhard Uhle. Der zweite Streich folgt sogleich: Uhle will das gesamte Gebäude an der Telegrafenstraße nun doch abreißen lassen und durch ein 10 000 Quadratmeter großes modernes Kaufhaus mit Vollsortiment ersetzen: Das teilte er gestern auf Anfrage der Bergischen Morgenpost mit. Gedacht ist an einen zweigeschossigen Neubau mit zwei Parketagen auf dem Dach.

Damit weicht der nunmehr erstellte erste Entwurf bereits von den noch vagen Plänen ab, die Uhle im Dezember vorlegen konnte. Wie wir berichteten, dachte er damals auch noch alternativ an einen Teilabriss und Teilneubau sowie an 350 neue Parkplätze im rückwärtigen Erdreich. Nun plant Uhle für die neue Variante aber 500 bis 600 Parkplätze. Diese Dachpaletten würde er über den Brückenweg von hinten anbinden wollen: „Dafür brauche ich aber das zusätzliche Grundstück von der Stadt. Die beiden Häuser, die jetzt neben der Polizeiwache stehen, müssen weg.“. Er hoffe, dass die Stadt ihm entgegen komme.

Nach Kenntnis von Uhle kommt der Bürgermeister zum Monatsende mit allen Fraktionen zusammen, um über seine Kaufhaus-Pläne zu beraten. Er habe die Hoffnung, dass die neue politische Konstellation zu seinen Gunsten entscheiden werde, meint Uhle, der genau weiß, dass sein neues Kaufhaus auch der Frequenzbringer nicht nur für die Telegrafenstraße, sondern für die gesamte Innenstadt sein wird.

Dies habe auch bereits ein örtlicher Schuhhändler erkannt: „Es wird einen großen Textil-und Schuhbereich im neuen Kaufhaus geben. Ein Wermelskirchener Schuhhändler hat sich bereits beworben. Wir nehmen aber gerne auch weitere Bewerbungen von Geschäftsleuten am Ort an“, betont Uhle, der einen Branchenmix mit großer Lebensmittelabteilung, umfangreicher Unterhaltungselektronik und den sonstigen Kaufhaus üblichen Angeboten beabsichtigt.

Dazu könne auch der DM-Markt gehören, der jetzt bereits einen Teil des alten Kaufhauses gemietet hat. Der erste Architektenentwurf sieht auch den Abriss des derzeitigen Kellergeschosses vor. Neu entstehen sollen dann auf zwei Ebenen jeweils 4900 Quadratmeter Verkaufsflächen mit Drogerie, Schuhen, Sportartikeln, Unterhaltungselektronik, Bäckerei und Imbiss auf der Ebene A, zu der auch das Untergeschoss mit Lebensmittelmarkt gehören soll.

Auf den Ebenen B und C sollen auf insgesamt7700 Quadratmetern jeweils 300 Parkplätze geschaffen werden, die von Kunden kostenfrei nutzbar sein sollen. Den Zuweg mit zusätzlichen Grundstückskauf am Brückenweg benötigt Uhle auch für den Anlieferbereich. Der Höhenunterschied von sechs Metern zwischen Brückenweg und Telegrafenstraße soll durch Aushub und Anschüttung des Fundamentes ausgeglichen werden. Bis zum Abrissbeginn soll das Kaufhaus aber noch durch Mieter genutzt werden.

Quelle: RP

 
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