Wermelskirchen: Keine kleinen Geschäfte Ausbluten verhindern
zuletzt aktualisiert: 19.04.2008Wermelskirchen (RPO). „Auf dem Rhombus-Gelände ist kein Einzelhandel geplant“: So reagierte gestern Peter Reintzsch, Geschäftsführer der Knebes Bauunternehmung, auf die Äußerung von Alfred Scherz (Ring-Kaufhaus). Der hatte in der Bergischen Morgenpost im Zusammenhang mit einer möglichen Realisierung eines Bauprojektes auf dem Rhombus-Gelände hinter der Umgehungsstraße geäußert, dass Einzelhandel dort nicht notwendig sei.
Reintzsch erklärte gegenüber der Redaktion, dass dort nur ein Discounter und ein Vollsortimenter geplant seien. „Es wird keine zusätzlichen Geschäfte dort geben“, so Reintzsch. Vorgesehen seien reine Lebensmittelhändler. Mit Aldi sei man sich zu 90 Prozent einig, ob Edeka oder Kaufpark bei einer Realisierung einziehen werden, würden künftige Gespräche zeigen.
„Es wird auf keinen Fall ein Markt wie Kaufland in Remscheid dort angesiedelt, der rund 60 Prozent Non-Food-Artikel hat“, so Reintzsch. Der Investor, der im Auftrag der Erbengemeinschaft Schulte das Areal entwickeln soll, vertritt den Standpunkt, dass Einzelhandel dort fehl am Platz sei: „Das würde der Innenstadt schaden.“
Derzeit besucht Reintzsch die Fraktionen, um für die Umsetzung seines Projektes in der Politik zu werben.
Bürgermeister Eric Weik könnte es sich gut vorstellen, auch das Kinder- und Jugendparlament als die Käufer von morgen mit in die Befragungen für das Einzelhandels-Gutachten einzubinden. Für ihn habe die Stärkung der Innenstadt oberste Priorität: „Es darf keinen Einzelhandel außerhalb der B 51n geben!“, sagt Weik. Durch einen Discounter auf dem ehemaligen Rhombus-Gelände würden weitere Käufer aus der Stadt gezogen.
Ein wichtiger Aspekt sei die Bindung der vom Land bereits gewährten Fördermittel. Die Mittel seien nämlich unter anderem mit einem Skulpturenpark auf dem alten Rhombus-Gelände verbunden gewesen: „Theoretisch kann das Land diese Mittel sogar von der Stadt zurückverlangen, wenn wir nicht irgendwann tatsächlich einen Skulpturenpark errichten, sondern einen Aldi auf dem Rhombus-Gelände zulassen“, sagt der Bürgermeister. Auch wäre es absolut kontraproduktiv für die Eich, wenn dann der Aldi vom Ladenhof aufs ehemalige Rhombus-Gelände ziehen würde. Weik befürchtet dann ein Ausbluten dieses Bereiches. Denn durch eine Verlagerung jenseits der B 51n laufe Wermelskirchen insgesamt Gefahr, so auszubluten, wie es in der Innenstadt von Radevormwald schon zu beklagen sei, mahnt der Bürgermeister.
Sparkassendirektor Rainer Jahnke hat für sein Institut ebenfalls ein vitales Interesse an einer starken Innenstadt: „Ich wünsche mir, dass der Loches-Platz endlich vernünftig bebaut wird, so dass eine Achse bis zum Ring-Kaufhaus entsteht.“ Natürlich müsse ins Ring-Kaufhaus auch wieder „etwas Interessantes“ einziehen, denn die Rathaus-Filiale der Sparkasse habe dort vom Kaufhaus partizipiert.
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