Wermelskirchen: Kinder auf Dschungel-Expedition
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Wermelskirchen (RPO). Überleben in der Wildnis – das geht nur, wenn alle zusammenarbeiten und jeder sich auf den anderen verlassen kann. Soviel ist nach ein paar Minuten im "Dschungelcamp" im Dabringhausener Ortsteil Forthausen klar. Jörg Musaeus, Sozialpädagoge und Kopf des Bildungshauses "Kulturbeutel", hat sich an diesem Vormittag nicht nur einen kniffligen Parcours für die Teilnehmer der BM-Aktion ausgedacht, sondern will auch ihre Teamfähigkeit testen.
Tatsächlich sieht das 4000 Quadratmeter große Gelände ein wenig aus, wie Dschungel: viel Grün, ein kleiner Sumpf und sogar ein großes Netz, in dem laut Musaeus sonst eine Mammutspinne haust. "Ihr habt Glück, sie scheint im Moment zu schlafen. Aber sobald Ihr an das Netz stoßt, wird sie sich von oben auf Euch fallen lassen", erklärt er. Viele kleine Mut- und Geschicklichkeitsproben haben die Abenteurer zu bestehen.
Zum Beispiel auch, über zwischen den Bäumen gespannte Seile zu balancieren, wie Joscha berichtet: "Das hat mir bisher am meisten Spaß gemacht. Obwohl ich das schon mal auf Klassenfahrt probiert habe." Der Neunjährige hat, wie die anderen Teilnehmer auch, ein Stirnband auf dem sein Name und der Schriftzug "Dschungelcamp" steht. In Jeans, Regenjacken und Stiefeln sind die Kinder den Kapriolen, die das Wetter gerade schlägt, gut gewachsen.
Doch der Regen hat auch seine Tücken. Die Seilbahn, mit der es über eine "gefährliche Schlucht" (eigentlich ein Stück Wiese, alles andere muss die Fantasie besorgen) geht, hängt ein wenig. Die Fliegengewichte kommen zumindest fast auf der anderen Seite an. Bei den anderen stoppt die Schwerkraft die Tour vorzeitig. Spaß macht das dennoch.
"Aber die Trainings die ich mache, sind ja nie bloß zum Spaß", erläutert Musaeus. Seine Botschaft an die Kinder: "Gemeinsam bekommen wir das hin. Die Teilnehmer sollen in Kontakt kommen, sich miteinander abstimmen. Und alle haben dabei etwas zu sagen." So auch bei einer Aufgabe, bei der die Kinder gemeinsam einen Ball in einem Ring transportieren sollen. An vielen Schnüren wird dieser in der Luft gehalten, jetzt müssen alle mitziehen, keiner darf wackeln.
Immer tiefer dringen die Kinder in den "Dschungel" vor. Es geht über Balken über einen Sumpf. Dahinter ist endlich die Schatzkiste versteckt. "Auf die war ich schon die ganze Zeit gespannt", erzählt die neunjährige Linda. Die Freude ist groß: Es gibt Stockbrotteig. Am Lagerfeuer stärken sich damit die Abenteurer nach ihrer Expedition.
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