Wermelskirchen: Kindergarten-Beiträge: Gegenwind
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 18.12.2007Wermelskirchen (RPO). Das Jugendamt bekommt mächtigen Gegenwind aus den Kindertageseinrichtungen, seit den Eltern die Bedarfsabfrage für die gewünschten Betreuungszeiten zugestellt wurde.
Da nämlich erfuhren sie erst, dass der Stadtrat für die Betreuungszeiten „25 und 35 Stunden“ die Gebühren um knapp 30 Prozent erhöht hat. Ohne den Eltern oder ihren Gremien die Möglichkeit zur Mitsprache zu geben, war mit der Neustrukturierung diese beträchtliche Preiserhöhung verbunden.
Heute wird dem Bürgermeister und seiner Jugendamtsleiterin Birgit Ludwig-Schieffers ein Brief zugestellt, der die Stimmungslage in fünf Kindertagesstätten wiedergibt. In dem Schreiben wird der Stadtverwaltung der Vorwurf gemacht, dass man den Eltern schon die Wahlmöglichkeiten eingeschränkt haben, in dem vorgeschrieben worden sei, dass die gewählte Stundenanzahl zusammenhängend genommen werden müsste. Damit sei den Eltern die Möglichkeit verwehrt worden, „den tatsächlichen Bedarf zu melden“.
Förderung oder Belastung?
Die Intention des neuen Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) hätten die Eltern bislang „als Förderung einer familienfreundlichen Kinderbetreuung“ gesehen und „nicht als eine weitere Belastung der Familien durch höhere Betreuungskosten“. Mitglieder von fünf Elternräten der Kindertageseinrichtungen Forstring, St. Michael, Wirtsmühle, Wunderwelt und Wielstraße haben diesen Brief unterschrieben.
Die CDU-Fraktion will über die in der letzten Ratssitzung beschlossenen Elternbeiträge, die ab August 2008 gelten sollen, noch einmal sprechen. Das erklärte Fraktionsvorsitzender Klaus Seeger nach der BM-Berichterstattung über dieses Thema am vergangenen Freitag. Seine Fraktion hätte sich vor der Ratssitzung angesichts der einstimmige Empfehlung des Fachausschusses und der Fülle der anderen Themen in der vorbereitenden Fraktionssitzung nicht mehr inhaltlich in der gewohnten Art und Weise mit den Elternbeiträgen auseinander gesetzt. „Wir müssen darüber noch einmal diskutieren. Die neuen Gebühren sind eine versteckte Preiserhöhung.“
Sabine Schieweck (Forstring) fragt weiter, wie diese Kostenexplosion im Kindergartenbereich überhaupt mit dem Slogan eines „familienfreundlichen Wermelskirchen“ zu rechtfertigen sei. Die Vertreter der fünf Elternräte überlegen derzeit, ob sie weitere Aktionen im nächsten Jahr starten werden. Im Gespräch ist derzeit eine großangelegte Unterschriftenaktion. Schieweck: „Es wäre schon hilfreich, wenn andere Elternräte sich mit uns in Verbindung setzen würden.“ Und zwar am besten per E-Mail unter
s.schieweck@t-online.de
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