Wermelskirchen: Kirmeskind und Frauenpower
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 30.08.2008Wermelskirchen (RPO). Marita Bahr wurde gestern offiziell als neue Leiterin des Gymnasiums in ihr Amt eingeführt. Mit Lebensfreude und Humor ausgestattet, hat sie auch die ersten kleinen und größeren „Katastrophen“ gemeistert.
Es dürfte als ein gutes Omen zu werten sein, das ein am Kirmesmontag geborenes Kind nach 54 Jahren am Tag der Kirmeseröffnung ins neue Amt der neuen Schulleiterin des Gymnasiums eingeführt wird. So jedenfalls sahen es gestern Morgen viele Festredner vor einer übersichtlichen, geladenen Gästeschar im PZ des Gymnasiums. Seit Schuljahresbeginn ist Marita Bahr bereits tätig, gestern Morgen fand die offizielle Amtseinführung mit vielen Grußworten statt.
„Sie werden unserem Gymnasium gut tun“, freute sich Bürgermeister Eric Weik und erinnerte sich an das erste Treffen: sie sei offen, konstruktiv und sei bereit, sich einzulassen, so der Bürgermeister. Als „Geschenk“ verkündete er, dass noch in diesem Jahr das Außengelände rund ums Gymnasium „richtig hübsch hergerichtet“ werde. Dafür gab’s einen Sonderapplaus.
Als stellvertretende Schulleiterin hatte Elke Bergmeister während der 18-monatigen Vakanz kommissarisch die Schule geleitet, und war dafür verantwortlich, dass das hohe Niveau am Gymnasium gehalten wurde. Mit einer Stimmgabel als Einführungsgeschenk verband sie den Wunsch, dass Marita Bahr nicht nur immer gut gestimmt sei – sie möge für ein gute Lernklima („Good Vibration“) sorgen, wo sich alle mit Respekt begegneten. „Und wenn der Ton mal rauer werde, möge Ihnen die Stimmgabel Gehör verschaffen.“
Mit einem Augenzwinkern, aber auch nicht ohne Stolz, verkündete sie, dass jetzt „Frauenpower“ angesagt sei: „Wir haben uns emanzipiert.“
Das griff der Schulausschussvorsitzende Klaus Seeger auf und erinnerte an Fräulein Wans, die vor 50 Jahren als Stellvertreterin hier tätig war. „Fräulein Wans war nie ohne ihr Handtäschchen anzutreffen, Marita nie ohne Band. Das sind Welten.“
Schülersprecher Ali Saidi meinte, „wir haben Glück mit Frau Bahr gehabt: Wir haben noch nie vor verschlossener Tür gestanden“. Er wünschte, dass die neue Schulleiterin bei rund 1400 Schülern bei Konflikten immer beide Parteien zusammenführen möge.
Der Leitende Regierungsschuldirektor Winfried Gosmann beglückwünschte sie zu dem Mut, eine Schulleitung übernommen zu haben. Das sei nicht alltäglich. „Ihre Verlässlichkeit, Zugänglichkeit, Offenheit und die Fähigkeit, mit kritischen Fragen umzugehen, macht mich zuversichtlich.“
Als Kirmeskind habe man die Eigenschaft, ein glücklicher Mensch zu sein, meinte Marita Bahr. Lebensfreude und Humor zählte sie auch dazu. Mit diesen habe sie auch die kleinen und größeren „Katastrophen“ der ersten drei Wochen bewältigt. Sie wünschte sich von Kollegium und Schülern, dass die Schule ein „lebendiges Gebilde“ in dieser Stadt werde.
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