Wermelskirchen: Konkurs verzögert Neubau
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 14.06.2007Wermelskirchen (RPO). Durch die Insolvenz eines Fensterherstellers wird der Anbau erst ein halbes Jahr später fertig. Architekten hatten die Warnsignale erkannt und Zahlungen einbehalten. So hofft das Haus, ohne große Verluste davon zu kommen.
Der Neubau
Die Investitionssumme für den neuen Westflügel des Krankenhauses beträgt insgesamt sieben Millionen Euro. Das Krankenhaus bringt davon 3,65 Millionen Euro an Eigenmitteln auf. Eine Raummehrbedarf von 25 bis 30 Prozent kann das Haus durch den Neubau abdecken.
Eigentlich sollte der große Krankenhausanbau bereits im Mai feierlich eröffnet werden. Doch die Baustelle ruht, nichts tut sich seit Wochen schon im Westflügel. „Die Fertigstellung verzögert sich wahrscheinlich um ein halbes Jahr“, bedauert der Geschäftsführer des Krankenhauses, Christian Madsen. Denn der für den Bau verpflichtete Fenster- und Metallwandhersteller habe Insolvenz angemeldet. „Deshalb müssen wir die Arbeiten jetzt neu ausschreiben“, erläutert Madsen.
Mehrkosten werden analysiert
Er analysiere zur Zeit, ob und in welcher Höhe dem Krankenhaus Mehrkosten durch diese Insolvenz entstehen könnten. Glücklicherweise hätten die Architekten aber bereits auf Warnzeichen im Dezember reagiert und Zahlungen an den dann auch tatsächlich in Konkurs gefallenen Unternehmer vorsorglich erst mal einbehalten. „Im besten Falle kann es sogar sein, dass wir damit die Mehrkosten schon abgedeckt haben. Auf keinen Fall werden auf uns noch sehr große Summen zukommen“, ist sich der Geschäftsführer sicher.
Schwerwiegende Konsequenzen sehe er durch die Bauverzögerung nicht auf das Krankenhaus zukommen: „Eher im Gegenteil, denn dann haben wir noch mehr Zeit für die Umsetzung dessen, was wir im Neubau vorhaben“, meint Christian Madsen gelassen. Gemeint ist damit nicht nur die neue interdisziplinäre Notaufnahme. Auch sollen im Neubau Räume für die physikalische Therapie und ein Bewegungsbad, die Dialyseabteilung und die interdisziplinäre endoskopie entstehen.
Auch für den Baukörper selbst bestehe keinerlei Gefahr: Glücklicherweise sei der noch vor des Insolvenzfalles abgedichtet worden. Zwar zögen sich die Arbeiten durch die zwangsläufige Verzögerung nun in den Winter hinein. Das bereite aber keinerlei Probleme, da die dann anstehenden Innenarbeiten bei jeder Witterung erledigt werden könnten.
Bewerber für Chefarztstelle
Bereits installiert ist im Übergangsbereich von Alt- zum Neubau der neue Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT). Die Anlage wird laut Christian Madsen bereits sehr gut genutzt – sowohl von Patienten aus dem stationären, als auch aus dem ambulanten Bereich. Das Gerät arbeitet mit Magnetfeldern, belastet den Patienten daher nicht mit Röntgenstrahlung. Die Chefarztstelle in der Radiologie ist im Krankenhaus derzeit zwar noch vakant. Auf der Suche nach einem neuen Chefarzt für die Röntgenabteilung sei das Krankenhaus aber ein gutes Stück weiter gekommen, meldete Christian Madsen gestern.
Man stehe jetzt konkret mit einem geeigneten Bewerber für diese Stelle in Verhandlungen und werde ihn vorstellen, wenn „die Sache spruchreif ist“, kündigte Christian Madsen an.
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