Wermelskirchen: Krankenhaus ist gerüstet
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 07.08.2009Wermelskirchen (RPO). Vier Wermelskirchener sind bis dato an der Schweinegrippe erkrankt, keiner musste bislang stationär versorgt werden. Das Krankenhaus ist aber auf die Epidemie eingestellt. Etwa 50 Personen sind dort bereits getestet worden.
"Alle Verdachtsfälle auf Schweinegrippe sind bei uns bislang negativ verlaufen", meldet der Ärztliche Leiter des Krankenhauses, Dr. Volker Launhardt, auf Nachfrage der BM. In den vergangenen Wochen hätten sich etwa 50 Personen im Krankenhaus dem Test unterzogen, von denen aber niemand stationär aufgenommen werden musste. Dennoch: "Wir sind für alles gerüstet", betont der Chefarzt.
Kreisweit sind, wie berichtet, 42 Fälle von Schweinegrippe gemeldet, vier davon aus Wermelskirchen. Nur ein Patient musste ins Krankenhaus, allerdings in Bergisch-Gladbach. Das Isolationszimmer steht aber im Wermelskirchener Krankenhaus bereit, falls doch ein Patient mit einer schwereren Form von Schweinegrippe aufgenommen werden müsste.
Grippe-Informationen
Der Rheinisch-Bergische Kreis bietet auf seiner Homepage www.rbk-direkt.de/schweinegrippe aktuelle Informationen zu Erkrankung und Schutzmaßnahmen an. Außerdem ist die die Bürger-Hotline der Landesregierung zum Thema Schweinegrippe unter % 0180 3 100 210 zu erreichen.
"Bisher handelte es sich meistens um jüngere Leute, etwa die Spanienheimkehrer, die waren aber so fit, dass sie bei geringfügigen Krankheitsanzeichen nach Hause geschickt werden konnten", berichtet Dr. Launhardt.
Menschen meiden
Die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten funktioniere auch aktuell bei der Schweinegrippe hervorragend, freut sich der Ärztliche Krankenhausleiter. Es sei mit den Hausärzten vereinbart, dass diese sich mögliche Symptome, die auf die Schweinegrippe hinweisen, zunächst telefonisch schildern lassen und die Patienten dann direkt ins Krankenhaus schicken: So werde bereits ein möglicher Übertragungsbereich im Wartezimmer beim Hausarzt ausgeklammert.
Um weitere Ansteckungsgefahr zu vermeiden, werden diese Patienten dann sofort an der Krankenhaus-Pforte "aussortiert" und in einen von den anderen isolierten Warte- und Untersuchungsraum gebracht.
"Das Ergebnis des Tests bekommen die Patienten in ein bis zwei Tagen, sie müssen also nicht lange warten", berichtet Dr. Launhardt. Allerdings sei es besonders wichtig, dass sich die Menschen während dieser Wartezeit an besondere Vorsichtsmaßnahmen hielten: "Sie sollten nicht ins Freibad, ins Konzert oder ins Kino gehen, eben alle Orte meiden, wo sie andere vielleicht anstecken könnten", rät der Mediziner.
Im Krankenhaus selbst wacht Hygienefachkraft Monika Hartung über die besonderen Schutzmaßnahmen nicht nur für Patienten, Ärzte und Pflegepersonal, sondern auch für die Besucher der Erkrankten. "Wir haben hier nämlich keine Isolationshaft, Besucher dürfen durchaus kommen, müssen sich aber an die Schutzmaßnahmen halten", betont der Chef der Inneren Abteilung. So erhalten die Besucher genauso wie die Ärzte, Schwestern und Pfleger vor dem Betreten des Isolierrraumes Kittel, Handschuhe, Mundschutz und werden von den Schwestern eingewiesen.
Impfstoff gibt's erst im Herbst
Dr. Launhardt bedauert allerdings: "Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe wird erst im Herbst ausgeliefert." Allerdings schätze er die Situation als recht undramatisch ein: "Man muss jetzt auch nicht übersensibel werden", sagt der Facharzt.
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