Wermelskirchen: KV: Zweigpraxis für Kinderarzt wird geprüft
zuletzt aktualisiert: 23.07.2010Wermelskirchen (RPO). Nach dem unerwarteten Wegzug von Kinderarzt Dr. Olaf Mennicken und dem Protest aus der Elternschaft hat sich die Kassenärztliche Vereinigung nun in einem Schreiben an die Elternsprecherin Melanie Puschinski und an den CDU-Landtagsabgeordneten Rainer Deppe zur Prüfung einer möglichen Zweigpraxis für einen Kinderarzt bereit erklärt.
Mehr als 1000 Unterschriften hatten Mütter gesammelt, um nach der Aufgabe der Kinderarztpraxis Dr. Mennicken/vormals Dr. Tryzna wieder einen dritten Kinderarzt für Wermelskirchen zu bekommen. Denn mit seinem Weggang hatte Dr. Mennicken auch seine Zulassung als niedergelassener Arzt "mitgenommen".
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) lehnt aber für Wermelskirchen eine neue dritte Kinderarztzulassung ab. Der Bedarf sei mit den anderen beiden Kinderärzten vor Ort gedeckt.
Deppe sieht's als "Lichtblick"
Nachdem jedoch Melanie Puschinski, deren sieben- und neunjährige Kinder regelmäßig Patienten in der Praxis an der Thomas-Mann-Straße waren, sowie MdL Deppe unabhängig voneinander die KV angeschrieben hatten, kam jetzt die Antwort: "Wir prüfen zur Zeit die Möglichkeit, dort (gemeint ist Wermelskirchen) eine Zweigpraxis von im Umland praktizierenden Kinderärzten führen zu lassen", schreibt Monika Stender von der KV in Düsseldorf. Rainer Deppe sieht darin "einen Lichtblick".
Er wisse auch, dass zwei Anträge für eine solche Zweipraxis bei der KV vorlägen, sagte Deppe gestern der BM. Und er sicherte zu, in der Angelegenheit am Ball zu bleiben: Er halte den Kontakt zu den Eltern und zum Sprecher der Wermelskirchener Ärzte, Thomas Schwitalla, versprach Deppe.
Melanie Puschinski reagierte abert verhaltener auf die Antwort der KV: "Ich bin eher skeptisch, was die Prüfung der KV ergibt", sagte die Mutter gestern der BM. Denn die KV rechne bislang immer nur Versorgungsquoten vor, berücksichtige aber nicht die Gegebenheiten vor Ort: "Was nützt es den Eltern in der Innenstadt, dass es Kinderärzte in Tente und am Stadtrand gibt? Nicht jeder hat ein Auto, aber Kinder bekommen schnell mal hohes Fieber und müssen dann sofort zum Kinderarzt", gibt die Mutter zu bedenken.
Die KV schreibt allerdings: Die Versorgungssituation im Süden des Kreises sei bei insgesamt zwei Kinderärzten für die Städte Overath und Rösrath mit zusammen mehr als 54 000 Einwohnern bisher erheblich ungünstiger als die für Wermelskirchen.
Die Bedarfsplan-Richtlinie sehe eine allgemeine Verhältniszahl für den Kreis von einem Kinderarzt je 17 221 Einwohner vor. Rechnerisch sei Wermelskirchen mit 35 772 Einwohnern daher mit zwei Kinderärzten ausreichend versorgt.
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