Wermelskirchen: Ländlich, aber gut aufgestellt
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 10.12.2009Wermelskirchen (RPO). Immer mehr "Wald- und Wiesen-Krankenhäuser" sollen von der Schließung bedroht sein. "Wir liegen im Grünen, sind aber nicht hinterwäldlerisch, sondern gut im Wettbewerb positioniert", sagt der Krankenhausgeschäftsführer.
Einen warmen Geldsegen vom Land sollen 300 Krankenhäuser im nächsten Jahr erhalten, wie unsere Zeitung am Mittwoch berichtete. "Auch wir gehören zu den 300 Krankenhäusern und nicht zu den 100 Häusern, die jetzt vorerst nichts mehr bekommen, weil sie in der Vergangenheit schon so viel Einzelförderung erhalten haben", weiß Christian Madsen, der Geschäftsführer des Wermelskirchener Krankenhauses.
Doch Madsen ist sich auch bewusst: "Geld vom Land gibt es nur noch nach Leistung."
"Wir sind nicht hinterwäldlerisch"
Neue Homepage
Mit der Zeit geht auch die Internetseite des Krankenhauses: www.krankenhaus-wermelskirchen.de, die jetzt neugestaltet worden ist. Die Abteilungen stellen sich vor, aktuelle Außendarstellungen werden abgebildet, Patientenservice ist groß geschrieben. Die Seite wird aber noch weiter komplettiert.
Die werde aber streng nach Fallzahl und Schweregrad bemessen, nicht etwa danach, wie lange ein Patient im Krankenhaus bleibe. Nur streng dokumentierte Diagnosen und Therapien, verbunden mit den Fallzahlen, würden als Leistung gewertet und dementsprechend auch in die Förderung durchs Land einfließen: "Aber was das anbelangt, da stehen wir gut da!", bekräftigt Madsen.
Deshalb sei das Krankenhaus auch in die Förderungspauschale des Landes aufgenommen worden. So mache er sich auch derzeit über einen drohenden Bettenabbau vor Ort keine Sorgen. Der soll zwar auf Drängen der Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen weiter fortgesetzt werden.
So genannte "Wald-und Wiesen-Krankenhäuser" ohne besondere Spezialisierung sollen davon besonders betroffen sein, wie unsere Zeitung gestern berichtete. Nun liegt auch das Wermelskirchener Krankenhaus inmitten von Wald und Wiesen. Doch Geschäftsführer Christian Madsen möchte "sein" Haus keineswegs als "hinterwäldlerisch" betrachtet wissen.
Im Gegenteil: "Wir sind seit zweieinhalb Jahren auf dem Weg, uns auch als kleines Krankenhaus am Markt zu behaupten, indem wir uns konsequent positionieren", sagt Madsen.
Er sei daher zuversichtlich, dass sich die Existenz des Wermelskirchener Krankenhauses so sichern lasse. Die Innere Abteilung habe ihr neues Profil mit der Erweiterung der Ausbildungsmöglichkeiten gefunden. In der Chirurgie sei dies im Gange.
Wie auch in anderen kleineren Krankenhäusern bereite die Gynäkologie/Geburtshilfe aber Sorgen wegen der überall rückläufigen Geburtenzahlen. Außerdem lasse sich in diesem Bereich wenig tun durch bewusste Patientinnenwerbung: "Wir haben nun mal kein Brustzentrum", gibt Madsen zu bedenken.
Er sei zwar sicher, dass sich diese Abteilung, die durchaus zur finanziellen Deckung des Hauses beitrage, noch halten lasse. Aber er könne weder dem Aufsichtsrat, noch der Öffentlichkeit versprechen, dass sich die Gynäkologie/Geburtshilfe auf alle Zeiten trage.
Leistungsbreite wird ausgebaut
Im Wettbewerbskampf sieht Madsen die größte Chance für das Wermelskirchener Krankenhaus, wenn die begonnene Leistungspositionierung weiter konsequent umgesetzt wird. Ausgangspunkt sei dafür die professionell erstellte Leistungsbestandsaufnahme, die Analyse des Ist-Zustandes.
Daraus sei ein Prozess in Gang gesetzt worden, der besonders erfolgreich bereits in der Inneren Abteilung umgesetzt werde: "Wir konnten dort die Fallzahlen um 20 Prozent steigern", freut sich Madsen. Dies sei auf zwei Fakten zurückzuführen: Die Erweiterung des Leistungsspektrums in der Kardiologie und Gastroenterologie sowie als begehrter Weiterbildungsstandort, der sich bei den Ober- und Assiszenzärzten herumgesprochen hat.
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