Wermelskirchen: Leitungen drohen einzufrieren
VON SEBASTIAN RADERMACHER - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012Wermelskirchen (RP). Extreme Kälte in Wermelskirchen – gestern wurden Temperaturen von minus zwölf Grad gemessen. Wasserleitungen können bei dieser Kälte einfrieren. Der Schaden wird aber erst später sichtbar – wenn es wieder wärmer wird.
Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, Wind und eisige Kälte – wer gestern einen Spaziergang durch die Stadt machen wollte, der musste sich richtig warm anziehen. In den frühen Morgenstunden wurden in Wermelskirchen Temperaturen von bis zu minus zwölf Grad gemessen, auch am Mittag blieben sie weit unter dem Gefrierpunkt. Zum Ende der Woche zu soll es noch kälter werden. "Ab minus acht bis minus zehn Grad wird es kritisch, dann können Wasserleitungen einfrieren", sagt Hermann Hammerschmidt, Geschäftsführer des Sanitär- und Heizungsunternehmens Hammerschmidt. Das Problem: Zurzeit merke man nicht, wenn eine Leitung defekt sei. Daher liege die Auftragslage aktuell auch im normalen Bereich. "Die eigentlichen Schäden treten erst nach dem Frost auf. Wenn es wieder wärmer wird, sieht man, welche Leitungen kaputt sind", betont Hammerschmidt. Das bestätigt auch Dankmar Stolz, Gesellschafter bei der Firma Hausmann.
Müll friert in Tonne fest
Kälte Gerade jetzt, bei extrem niedrigen Temperaturen, kann es wieder zur Problemen bei der Entleerung der Biotonne kommen – darauf weist die Stadtverwaltung hin. Sobald die Abfälle feucht sind, frieren sie in den Müllgefäßen fest.
Schutz Die Stadt bittet daher die Bürger darum, die Bioabfälle in Zeitungspapier einzuwickeln. So könne ein eventuelles Festfrieren verhindert werden. Die Verwaltung bittet um Verständnis, falls es trotzdem in Einzelfällen zu Problemen kommt.
Alle Heizkörper aufdrehen
Beim Heizen sollten Bürger jetzt nicht sparen, raten beide. "Man sollte alle Heizkörper durchgehend auf Stufe eins aufdrehen, damit die Leitungen frei bleiben", sagt Hammerschmidt. Vor allem im Keller beim Hausanschluss der Hauptleitung sollten umliegende Fenster unbedingt geschlossen bleiben. "Sonst friert die Leitung zu", sagt Stolz.
Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte darauf achten, dass genügend Kühlerfrostschutz vorhanden ist. "Gerade Neuwagen, die noch nicht gewartet wurden, haben oft zu wenig Frostschutz", sagt Dieter Bornewasser, Serviceberater beim Autohaus Lambeck. Zudem gebe es die Vorschrift, dass bei diesen Temperaturen die Scheibenwaschanlage immer mit Frostschutz aufgefüllt werden muss. Wer sein Auto und vor allem die Batterie schonen will, der fährt bei eisigen Temperaturen nur längere Strecken. Bei kurzen Fahrten würde die Batterie nie geladen. "Am Anfang sollten auch immer nur so wenige Verbraucher wie möglich angeschaltet sein", rät Bornewasser. "Gebläse, Heckscheibenheizung oder Sitzheizung – das geht alles auf die Batterie." Ganz auf das Auto verzichten sollte man aber nicht. "Nach einer Woche am Straßenrand kann es sein, dass die Batterie leer ist", betonte Bornewasser.
Wer trotz der Kälte nicht auf ausgiebige Spaziergänge verzichten möchte, der sollte unbedingt die richtige Kleidung wählen. "Ungeschützte Körperteile können bei diesen Temperaturen Erfrierungen erleiden", sagt Dr. Volker Launhardt, Chefarzt der Inneren Medizin am Krankenhaus Wermelskirchen. Auch eine vitaminreiche Ernährung könne zurzeit nicht schaden. "Das stärkt die Abwehrkräfte." Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen könne die extreme Kälte zu einer Verschlimmerung der Symptome führen.
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