Wermelskirchen: Leseförderung fest vereinbart
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 17.10.2006Wermelskirchen (RPO). Sechs Schulen haben mit der Stadtbibliothek eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Es geht um die Leseförderung. Klassenführungen, Medienboxen, Autorenlesungen, Leserecherche werden geboten.
Leseförderung in möglichst frühem Alter ist weder für die örtlichen Schulen, noch für die Stadtbücherei etwas Neues. Beide haben dies auch im Verbund schon lange praktiziert, doch jetzt wird die Leseförderung systematisiert und sogar mit einer schriftlichen Kooperationsvereinbarung manifestiert. Unterzeichnet haben bisher das Gymnasium, die Realschule, die Hauptschule sowie die Grundschulen Schwanen, Ost und St. Michael. „Wir haben alle Schulen gefragt. Die Grundschulen außerhalb haben aber größere organisatorische Schwierigkeiten, zu uns zu kommen“, bedauert Kathrin Ludwig, die Leiterin der Stadtbücherei. Aber auch jetzt im Nachhinein könnten noch Vereinbarungen abgeschlossen werden, betont sie.
Geld für Schüler-Center
5000 Euro Landesmittel hat die Stadtbücherei für die Einrichtung eines Schüler-Centers erhalten. Weitere 3000 Euro investiert die Bücherei. Bis Ende des Jahres soll eine eigene Abteilung für Schüler mit drei PC-Arbeitsplätzen und einem aufgestockten Medienbestand für alle Fächer entstehen. die PCs werden auch mit Office ausgestattet, für Referate und Bewerbungen.
Erfahren in der Leseförderung
Solche Bildungsvereinbarungen zwischen örtlichen Schulen und Stadtbibliotheken sind auch bereits in weiteren Kommunen im Bundesland abgeschlossen worden. Die ersten starteten bereits im April 2005. Fördergelder gebe es vom Land dafür zwar nicht, bedauert Kathrin Ludwig. Statt dessen aber eine Begleitung und Fortbildung durch das Medienzentrum NRW in Düsseldorf und die Möglichkeit, kostengünstiger und besser an Autoren für Lesungen vor Ort zu gelangen.
Denn solche Autorenlesungen sind bei den Schulen beliebt. Deshalb haben sie auch die meisten Schulen mit in die Bildungsvereinbarung mit der Stadtbücherei aufgenommen. Denn welche Angebotsmodule sie aus dem Programm der Stadtbücherei in ihren Unterricht aufnehmen möchten, das bestimmen die Schulen selbst.
Kathrin Ludwig hatte bereits im Jahre 2003 ein detailliertes Konzept für die Stadtbücherei vorlegt, das die Leseförderung als Schwerpunkt hervorhebt. Seither hat sie mit ihrem Programm zur Leseförderung reichlich (gute) Erfahrungen gesammelt und konnte die Module deshalb auch guten Gewissens in die Bildungsvereinbarungen mit den Schulen aufnehmen.
So gibt es beispielsweise eine Schatzsuche mit verkleideten Piraten in der Stadtbücherei oder ein Quizspiel für Recherche-Profis. Für die Jahrgangsstufe zwölf des Gymnasiums wird Kathrin Ludwig mit ihrem Team auf Wunsch auch Medienboxen für die Facharbeiten zusammenstellen. Die Schwanenschule freut sich beispielsweise auf eine Lesenacht, die sie mit der Kooperationsvereinbarung bereits gebucht hat.
Und für Kathrin Ludwig haben diese Vereinbarungen auch einen organisatorischen Vorteil: Sie hat jetzt feste Ansprechpartnerinnen in den Schulen und kann mit denen die Besuchstermine und Veranstaltungen koordinieren.
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