Wermelskirchen: Liebe zur Heimatstadt wecken
VON WERNER JANUSZEWSKI - zuletzt aktualisiert: 19.12.2008Wermelskirchen (RPO). Die Historikerin Claudia Holtschneider soll im neuen VHS-Halbjahr Stadtführer für Wermelskirchen ausbilden. Nicht nur Gäste, sondern auch die eigenen Bürger sollen tiefere Einblicke in die Historie bekommen.
Stadtführerausbildung
Der VHS-Kursus mit der Nummer „V41020L“ beginnt am Mittwoch, 28. Januar, mit einem Informationsabend (18.30 bis 20 Uhr) in Raum 3, Danziger Straße 8.
Danach gibt es 14 Mal mittwochs und zweimal samstags Unterricht.
Die Kursusgebühr beträgt 187,20 Euro.
„Wir möchten den Wermelskirchener Bürgern ihre Stadt näher bringen – und gleiches auch den Gästen zuteil werden lassen, bzw. es ihnen ermöglichen.“ In dieser Zielrichtung von Nähe, besserem Verständnis der Historie und letztlich dem Erreichen eines gewissen Wohlfühleffekts bei Bürgern und Gästen, sind sich Dieter Buse vom Bergischen Geschichtsverein, VHS-Direktor Klaus Miesen, WiW-Geschäftsführer Heinrich Niehaves und die Historikerin Claudia Holtschneider einig.
Der Weg dahin ist in seiner Art zumindest in Wermelskirchen neu: Die Volkshochschule wird im kommenden Semester eine Ausbildung zum Stadtführer anbieten. Und die Ideengeber hoffen nun darauf, dass sich mindestens fünf Bürger oder Bürgerinnen für so eine Ausbildung – und anschließend deren Anwendung in der Praxis – interessieren.
Immer wieder Anfragen
„Es gab in der Vergangenheit immer wieder mal Anfragen nach Stadtführungen“, berichtete Dieter Buse. „Lange Zeit stand neben Bernd Weiß auch Hans-Werner Bisterfeld für gelegentliche Stadtführungen zur Verfügung.“ Heute macht noch Armin Himmelrath Themen bezogene „Spaziergänge“ im Rahmen des Engagements der Bergischen Zeitgeschichte.
Künftige Stadtführer sollen nun aber universelle Informationen bereit halten. Claudia Holtschneider: „Aus der Erfahrung beispielsweise in Remscheid wissen wir, dass Stadtführungen heute nicht mehr nur ein ,herunterrasseln’ von historischen Daten sein können. Es muss auch ein bisschen ,Spaßfaktor’ dabei sein.“ Das alles könne ein Wermelskirchener Stadtführer durchaus in seine Erklärungen einbauen. „Denn diese Stadt hat vieles zu bieten: Historische Gebäude, eine hochinteressante Industriegeschichte – bis hin zu großartiger Landschaft“, meint Dieter Buse. „Wegen der Industriegeschichte haben wir auch bei den aktuell existierenden Firmen angefragt – und sind auf erfreulich breite Zustimmung gestoßen. Firmen könnten so ihren Geschäftspartnern auch in Zeiten von Globalisierung die Bedeutung des Standortes Wermelskirchen nahe bringen“, sagt Heinrich Niehaves.
Wer diesen Ausbildungsweg zum Stadtführer gehen möchte, sollte die „Liebe zur Heimatstadt und Interesse für deren Geschichte mitbringen“, betont Holtschneider. Der Lehrgang beinhaltet nicht nur die Vermittlung historischer Fakten, es werden auch Rundgänge und die Besichtigung von Betrieben und Gebäuden dazu gehören.
Zum Lehrgangsende soll dann das erarbeitete Wissen in einer selbsterstellten Führung demonstriert werden – und letztlich wird der Erfolg per Zertifikat attestiert. „Das wiederum bringt dem ,frischen’ Stadtführern die teilweise Übernahme der Lehrgangskosten durch die WiW ein“, verspricht Niehaves.
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