Wermelskirchen: Loches-Platz: Alle abgelehnt
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 13.08.2009Wermelskirchen (RPO). Keiner der fünf Bewerber für die Bebauung des Loches-Platzes erfüllt die Kriterien der europaweiten Ausschreibung, die CDU und SPD erzwungen haben. Kein Bewerber hat Referenzobjekte nachgewiesen.
Aufregung im Rathaus: Alle fünf Bewerber für den Loches-Platz sind bereits bei der ersten Prüfung ausgeschieden. Keiner erfüllt die Kriterien der von CDU und SPD erzwungenen europaweiten Ausschreibung. Die Bewerber sind darüber gestern per Fax und E-Mail aus dem Rathaus informiert worden. Danach fehlt bei allen der Nachweis von Referenzobjekten mit einem Nutzungsmix von Einzelhandel, Dienstleistung, Wohnen und Freizeit.
Weik: "Eine unmögliche Koalition"
Für Bürgermeister Eric Weik ist damit der schlimmste Fall eingetreten: "Ich bin enttäuscht, dass es mit dem Loches-Platz nun doch nicht weitergeht und dadurch auch mit dem Ringkaufhaus alles in der Schwebe bleibt", sagte Weik auf Nachfrage der BM. Und er fügte hinzu: Bei dem bisherigen Ausgang der europaweiten Ausschreibung werde schmerzhaft erkennbar, wozu es führe, wenn sich CDU und SPD in die Verwaltungsgeschäfte einmischten. Er hoffe, dass "diese unmögliche Koalition bald auf die Stadtentwicklung keinen Einfluss mehr haben wird," so Weik wörtlich. Rechtsanwalt Rainer Schmitz, der die Stadtverwaltung auch in der Ausschreibung für den Loches-Platz beraten hat, war bei der Prüfung der Bewerbungsunterlagen aufgefallen, "dass die technische Leistungsfähigkeit" für das Projekt nicht nachgewiesen ist: So erläuterte es der Kölner Jurist gegenüber der BM. Er hatteach seiner rechtlichen Prüfung dem Bauverwaltungsamt geraten, den Bewerbern gestern das vorläufige Absageschreiben zu schicken.
Eröffnung im März
Gerhard Uhle hatte so geplant: "Wenn ich den Zuschlag bekommen hätte, wie Herr Weik es wollte, dann hätte ich jetzt schon die ersten drei Etagen der Park-Tiefgarage am Loches-Platz hochgezogen, der Rohbau hätte vor dem Frost gestanden. Und imMärz hätte ich eröffnen können", sagte Uhle der BM.
Darin steht allerdings auch, dass die Bewerber die Möglichkeit haben, sich bis zum 27. August zu diesen Schreiben äußern können. Der Rechtsanwalt gab aber auch zu, dass die Ausschreibungsunterlagen, die die Stadtverwaltung aufgrund externer Vorlagen aus dem politischen Raum erstellt hatte, "nicht 100prozentig glücklich" gewesen seien. Zu der deshalb von einer Bewerberfirma angekündigten Rüge wolle er zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht viel sagen, denn es gehe jetzt um den ersten Schritt: "Wenn noch nicht einmal die Leistungsfähigkeit der Bewerber nachgewiesen ist, dann ist das Thema Rüge zunächst einmal zweitrangig", sagte Rechtsanwalt Rainer Schmitz von der Kölner Kanzlei Lenz und Johlen
Einen potentiellen Investor für den Loches-Platz und! das Ringkaufhaus, Gerhard Uhle aus Bochum, hätte Bürgermeister Eric Weik bereits vor der von ihm ungewollten Europaauschreibung vorweisen können. Uhle, der sich weiterhin auf eigene Faust um das Ringkaufhaus bemüht, hatte dennoch an der europaweiten Ausschreibung teilgenommen und dafür eine eigene, noch recht neue Firma ins Rennen geschickt. Diese allerdings konnte, so gab Uhle gegenüber der BM zu, noch nicht die Referenzobjekte vorweisen wie seine anderen Firmen. Deren Unterlagen will er nun nachreichen.
Doch der 76-jährige Geschäftsführende Gesellschafter der Euco-Gruppe war gestern nach Erhalt der vorläufigen Absage aus Wermelskirchen zunächst einmal "auf 180" und schimpfte wörtlich: "Das sind alles diese Flöten im Wermelskirchener Stadtrat schuld, jetzt wird es bestimmt zwei Jahre dauern, bis aus dem Loches-Platz etwas wird." Er werde trotzdem erneut seine Bewerbung abgeben, aber nur unter einer Voraussetzung, dass er den Zuschlag fürs Ringkaufhaus und! den Loches-Platz erhalte.
Kaufhaus nur mit dem Loches-Platz
Diese Kopplung ist zwar auch bei einer wiederholten europaweitenAusschreibung nicht möglich, weil sich das Ringkaufhaus nicht in Besitz der Stadt befindet. Aber Uhle würde seine noch laufenden weiteren Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter des Ringkaufhauses fortsetzen. Für ihn mache ein Engagement in Wermelskirchen aber nur Sinn, wenn er beide Objekte am Loches-Platz und im Kaufhaus von ihren Angeboten so abstimmen könne, dass der Loches-Platz nicht alles aus dem Kaufhaus und die Telegrafenstraße abzieht.
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