Wermelskirchen: Loches-Platz: Es geht weiter
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 10.01.2009Wermelskirchen (RPO). Die EU-Forderung nach europaweiter Ausschreibung ist fast vom Tisch. Im Februar muss der Bundesrat der Gesetzesänderung zustimmen. Bürgermeister Eric Weik hat schon zwei Termine mit Investoren.
Die Nachricht im Herbst 2007 schockte: Bürgermeister Eric Weik musste alle Großprojekte stoppen, weil die Grundstücksgeschäfte der Kommunen europaweit ausgeschrieben werden mussten. So ein OLG-Urteil. Damit lähmte die EU die Fortentwicklung in vielen Städten – Investoren waren nicht mehr zu finden. Oder aber die Stadt hätte selbst bis ins kleinste Detail ihre Projekte entwickeln müssen – was bis dato eben Investoren machten. Seit Ende Dezember indes gibt es Bewegung. Bürgermeister Eric Weik: „Die Bundesregierung hat eine Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen auf den Weg gebracht.“ Darin sollen die dem Vergaberecht unterliegenden Investoren-Verträge dem Vergaberecht wieder entzogen werden.
Weik zeigte sich in dieser Woche froh über diesen Gesetzentwurf: „Damit lässt sich endlich wieder etwas bewegen.“ Er hat bereits für nächste Woche zwei Gespräche mit Investoren für den Loches-Platz anberaumt. „Die geplante Änderung zeigt doch, dass landauf, landab eine große Unsicherheit herrschte.“ Das galt auch für heimische Projekte wie eben Loches-Platz, Rhombus und Ziegelei Hilgen.
Der Loches-Platz, so Weik, sei der zentrale Platz dieser Stadt, der die Innenstadt bereichern müsse. „Also muss dort auf jeden Fall ein so genannter Frequenzbringer angesiedelt werden. Also ein Markt mit hohem Kundenbesuch.“ Dies müsse aber klug kombiniert werden mit Parkplätzen, denn der Platz gilt es zentrales Bindeglied zur zentralen Innenstadt. „Was es aber schwierig macht ist, dass der Loches-Platz auch Kirmes-Platz ist. Dafür muss die Fläche frei bleiben.“ Für Märkte sei das oft ein Problem: „Wer verzichtet gern zehn Tage auf Anlieferung oder Kundschaft?“
Kein dunkler Angstraum
Das Bestreben des Stadtrates, und das sei auch sein erklärtes Ziel, ist eine städtebaulich ansprechende Bebauung. „Wir wollen kein hässliches freistehendes Gebäude, sondern eine Integration in eine Gesamtbebauung.“ Discounter wollen am liebsten ein freistehendes Gebäude, um sichtbar zu bleiben: „Das macht die Planung schwierig.“
Denn bisherige Vorstellung von Planern, einen Lebensmittel-Discounter ins Tiefparterre mit Anschluss an den untern Loches-Platz zu integrieren, sei bislang immer abgelehnt worden. „Die Investoren wollen ihre Läden bestmöglich und preiswert präsentiert haben – ohne zusätzliche Wohn- oder Büroflächen im Umfeld.“
Weik berichtet, dass es aber interessierte Mieter für ein weitergehendes Gesamt-Bebauungskonzept gebe. „Mir ist ebenso wichtig, dass der Loches-Platz auch in den Abendstunden belebt wird, also kein dunkler Angstraum wird. „Deshalb muss auch überlegt werden, ob nicht eine Event-Gastronomie diesen zentralen Platz beleben kann.“
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