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Wermelskirchen: Macht's Krankenhaus krank?

VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 09.03.2010

Wermelskirchen (RPO). Die Unabhängige Wählergemeinschaft fragt im Kreistag an, was gegen die gefürchteten "Krankenhaus-Bakterien" MRSA getan wird. Das örtliche Krankenhaus ist aber gerüstet, Patienten werden frühzeitig untersucht und isoliert.

Natürlich schützen sich auch die Ärzte im Krankenhaus vor Bakterien wie dem MRSA-Keim, demonstrieren Detlev Joswig und Monika Hartung. Foto: RPO

"Jedes Jahr sterben in Europa 50 000 Patienten an einer der am meisten gefürchteten Krankenhaus-Infektion MRSA", dies schreibt die Unabhängige Wählergemeinschaft des Rheinisch-Bergischen Kreises (UWG/BFG) jetzt in einer Anfrage zur Risikoeinschätzung in den Krankenhäusern im Kreisgebiet. Der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft, Henning Rehse aus Wermelskirchen, verweist auf einen Pilotversuch der Universitätsklinik Münster zur Minimierung des Infektionsrisikos.

Quote ist vor Ort niedrig

Er fragt zur nächsten Kreistagssitzung am 18. März an: "Wie gestaltet sich die Situation aktuell in den Krankenhäusern im Kreisgebiet?" Der Ärztliche Direktor des Wermelskirchener Krankenhauses, Dr. Volker Launhardt, muss allerdings nicht erst auf den Pilotversuch der Universitätsklinik Münster zurückgreifen: "Bei uns sind der Umgang mit MRSA und die Risikobekämpfung längst Routine", sagt der Chefarzt und fügt hinzu, im örtlichen Krankenhaus sei die Quote denn auch weniger hoch als zu erwarten. "Dennoch besteht natürlich Interesse, an derartigen Projekten mitzuarbeiten, um stets auf dem optimalen Stand zu sein", fügt Dr. Launhardt hinzu. Die MRSA-Quote sei aber in Wermelskirchen aus einem Grunde relativ niedig: "Weil je nach Schwere der Krankheitsfälle die Infektionsrate mit MRSA in die Höhe geht. Das gilt für Kliniken, die besonders viele Schwersterkrankte auf Intensivstationen der zum Beispiel eine Aufnahmestation für Brandopfer haben", erläutert Dr. Launhardt. Im örtlichen Krankenhaus wird nach seinen Angaben bei allen Risikopatienten ein Abstrich fürs Labor vorgenommen, dessen Befund innerhalb eines Tages vorliege. Bei höchsten Risikogruppen werde aber je nach Einzelfallentscheidung der Patient auch sofort isoliert: "Das tun wir beispielsweise, wenn wir wissen, dass der Patient vorher schon mal an MRSA erkrankt war", erläutert der Facharzt.

Info

Was ist MRSA?

MRSA oder Methicillin Reistant Staphylococcus aureus ist ein Bakterium, das fast überall in der Natur und in den oberen Atemwegen vieler Menschen vorkommt. Bei 25 bis 30 Prozent aller Menschen findet man es in der Nase. Zumeist löst es keine Krankheitssymptome aus. Bekommt der Keim aber etwa durch ein geschwächtes Immunsystem Gelegenheit sich auszubreiten, dann kann es zu Hautinfektionen, Muskelerkrankungen und in ungünstigen Fällen auch zu lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Lungenentzündung, toxischem Schock oder Sepsis kommen. (Quelle: Wikipedia)

Mit Antibiotika und desinfizierenden Waschungen sei die Erkrankung oder Besiedlung mit MRSA aber gut in den Griff zu kriegen: "Sie ist dann in der Regel auch nicht gefährlich", betont Dr. Launhardt, der ohnehin vor übertriebener Angst oder gar Panik warnt: "Viele Menschen sind auf ihre Lebenszeit berechnet irgendwann einmal mit dem MRSA-Bakterium besiedelt. Das bedeutet aber keineswegs, dass diedie Krankheit bei ihnen auch zum Ausbruch kommt." Das Risiko, durch den MRSA-Keim auch zu erkranken, bestehe hingegen vor allem bei chronisch Kranken oder Patienten mit offenen Wunden, erläutert der Arzt.

Im Krankenhaus gehe es natürlich auch darum, dass das MRSA-Bakterium nicht weiterverbreitet werde. Das habe das Haus aber gut im Griff: "Der Umgang mit diesem Thema gehört bei uns zur allgemeinen Risikoprävention und zur Krankenhaushygiene, die uns auch mit dem QTQ-Qualitätssiegel bestätigt worden sind", erinnert der Ärztliche Direktor an.

Quelle: RP

 
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