Wermelskirchen: Mit dem Bohrer in die Tiefe
VON WERNER JANUSZEWSKI - zuletzt aktualisiert: 13.12.2006Wermelskirchen (RPO). Andreas Siemetzki und seine vier Mitarbeiter in der Firma R & S Grundwassertechnik machen Bodenuntersuchungen, bohren Brunnen und „versenken“ Sonden für Erdwärme-Heizungen.
Diplom-Geologen, Bauingenieure und Brunnenbauer arbeiten bei der Firma R & S Grundwassertechnik Hand in Hand. Und sie wirken damit in etlichen Bereichen des tägliche Lebens. „Wir machen zum Beispiel viele Bodenuntersuchungen, bohren Brunnen und haben seit etwa drei Jahren mehr und mehr Aufträge im Zusammenhang mit der Anlage von Erdwärme-Heizungen“, sagt Andreas Siemetzki. War das Unternehmen bei der Gründung vor nunmehr elf Jahren sowohl im technischen wie auch im gutachterlichen Bereich tätig, so erfolgte in diesem Jahr die Trennung. „Wir wollten Interessenkonflikte vermeiden“, betont Andreas Siemetzki. Deshalb hat sein ehemaliger Kompagnon jetzt ein eigenes Unternehmen als Gutachter mit Sitz in Lindlar.
Grundwassertechnik
Die Firma R & S Grundwassertechnik hat ihren Sitz im Factory-Park, in Arnzhäuschen 38 (im Gebäude von Farben Freund). Gegründet wurde das Unternehmen 1995 von Andreas Siemetzki und einem Kompagnon.
Kontakt R & S Grundwassertechnik, Arnzhäuschen 38, 42929 Wermelskirchen, Tel. 0 21 93/50 08 95.
„Ein echter Dellmann“
Andreas Siemetzki ist gebürtiger Wermelskirchener. „Ich bin ein echter Dellmann – aus Bechhausen“, sagt er und lacht. Sein Interesse für die Geologie ließ ihn eine entsprechende Ausbildung machen – und anschließend den Weg in die Selbstständigkeit gehen, weil große Behörden und Unternehmen inzwischen kaum noch eigene Geologen beschäftigen.
„Der Schritt war genau richtig, wir können uns über die Auftragslage nicht beklagen“, sagt der Firmenchef, der vier Mitarbeiter beschäftigt: einen Brunnenbauer, einen Bauingenieur, einen weiteren Geologen und einen Schlosser. Aufträge erledigt man grundsätzlich bundesweit sowie im unmittelbar angrenzenden Ausland. „Schwerpunkt ist aber ganz klar Nordrhein-Westfalen“, sagt Siemetzki.
Was für Brunnen bohrt das Unternehmen nun? „Auch wenn wir durchaus für Privatleute mal Gartenbrunnen bohren, aus denen sie Brauchwasser fördern können – wir verstehen unter Brunnen etwas anderes, als etwa einen gemauerten Gartenbrunnen nach herkömmlicher Vorstellung“, erklärt Andreas Siemetzki. Als Brunnen bezeichnet man in seiner Branche beispielsweise die Tiefenbohrung, die in die Erde gebracht und mit einem Rohr stabilisiert wird, und die dann zur regelmäßigen Kontrolle der Grundwasserqualität dient. Hier sind vor allem Behörden die Auftraggeber. Versorgungsbrunnen geben hingegen vornehmlich Industrie- und Gewerbeunternehmen in Auftrag.
Wenn Andreas Siemetzki und seine Mitarbeiter Aufträge für Bodenuntersuchungen bekommen, dann stecken beispielsweise mögliche Altlasten dahinter oder es handelt sich auch – in Zusammenarbeit mit dem Kampfmittelräumdienst – um so genannte Kampfmittelerkundung. Und wer ein Gebäude errichten will und sich der Festigkeit des Baugrundes nicht sicher ist, ist ebenfalls bei R & S Grundwassertechnik an der richtigen Adresse.
Wärme aus der Tiefe
Das gilt dann auch für Bauherren, die angesichts steigender Energiepreise den Weg zu mehr Unabhängigkeit gehen und ihr Haus mit Erdwärme heizen wollen. „Die haben hier im Bergischen Land bei der so genannten Geothermie beste Aussichten, denn schon aus 70 bis 80 Meter Tiefe könne die Sonden genügend Erdwärme ziehen, um ein Einfamilienhaus gemütlich warm zu machen. Die Kosten für die Bohrung, so sind unsere Erfahrungswerte, haben sich nach etwa sieben Jahren amortisiert.“
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