Wermelskirchen: Mit Naturbad Dhünn retten?
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 19.03.2009Wermelskirchen (RPO). Freibad-Sanierungsfirma stellte Konzept für Naturerlebnisbad vor. WNKUWG will damit das Schwimmangebot erhalten. Finanzierung: Beigeordneten-Besetzung verschieben, um mit dem Geld 2009 das Freibad zu öffnen.
Ratssitzung
Für die Ratssitzung am kommenden Montag (Beginn 18 Uhr, Bürgerzentrum) liegen zwei Anträge vor. Umgestaltungsvorschläge sehen vor, dem Bad eine natürliche Gestaltung zu geben. Ökologische Filter sorgen für gesundes und bekömmliches Wasser.
Es könnte der Publikumsmagnet für die Region sein: Mit einem Naturerlebnisbad könnte das Freibad Dhünn saniert werden. Gesundes Baden ohne Chor mit konstant hoher Wasserqualität sowie einer gestalteten Beckenrand-Landschaft aus Hart- und Tropenhölzern, Kunstfelsen und Spritzbeton: So jedenfalls präsentierte gestern die Firma Eko-Plant ihr Konzept der Projektentwicklungsgesellschaft Dhünn.
Vor etwa einem halben Jahr hatte sich das Unternehmen erstmals in Wermelskirchen vorgestellt. 2004 hat es in Mettmann ein Bad auf diese Weise saniert. Eko-Plants Firmenphilosophie: Veralterte und konventionelle Freibäder zum ansprechenden Naturbad der neuesten Generation umzubauen.
Bürgermeister Eric Weik hörte sich dies gestern Morgen an; immerhin liegt ihm ein detaillierter Antrag der WNKUWG-Fraktion für eine "Freizeitanlage Naturbad Dhünn" vor. Ein Umbau des Freibades, so heißt es, mit erweiterter multifunktionaler Nutzung der vorhandenen Infrastruktur solle der Betreibergesellschaft eine Möglichkeit aufzeigen, wie ein Schwimmangebot in Dhünn "langfristig wirtschaftlicher und attraktiver gestaltet werden" könne.
Gemeinsames Konzept finden
Sollte, so die WNKUWG, das Freibad oder Naturbad nicht mehr selbst von der Projektentwicklungsgesellschaft betrieben werden können, beantragt die Fraktion, dass die Stadt mit der Projektentwicklungsgesellschaft gemeinsam ein Konzept zur Realisierung des Naturbades prüft und bis zu einer Entscheidung den Schwimmbad-Betrieb gemeinsam sicherstellt.
Finanzierungsvorschlag
Hierzu unterbreitet die Fraktion auch einen Finanzierungsvorschlag. Henning Rehse: "Die Besetzung des zweiten Beigeordneten soll um ein Jahr verschoben werden. Die eingesparten Gelder können dann für das Freibad verwendet werden." Weik erklärte, ein Naturbad sei sicher eine Alternative, statt jedes Jahr einen Geldbetrag zuzuschießen. Skeptisch sei er, was die Investitionssumme angehe: "Hier will das Unternehmen aber bis Montag konkrete Zahlen vorlegen." Frank Jäger, Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Freibad Dhünn, meinte, dass dies sicherlich eine gute Sache und für jeden Investor einer Sauna- und Wellnessanlage oberhalb des Bades "ein Schmankerl" sei. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt helfe dies nicht: Zwar würden Betriebskosten wie Chlor, Umwälzanlage und Abwassergebühren eingespart, doch die Personalkosten würden angesichts des höheren Pflegeaufwandes steigen. Und: "Für ein Naturbad muss mindestens eine Million Euro als Investitionskosten angepackt werden."
Bisherige Berichterstattung und über Naturerlebnisbäder auf www.rp-online.de/Wermelskirchen
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