Wermelskirchen: Mueller-Stahl in Markt 9
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 27.02.2007Wermelskirchen (RPO). Heinz Engels ist wieder ein Coup gelungen: Die 38 Exponate von Armin Mueller-Stahl sind eingetroffen. Bis Sonntag wird das Geheimnis noch gehütet, doch dann eröffnet eine der bisher wichtigsten Ausstellungen in Markt 9.
Noch sind die Fenster von Markt 9 hermetisch mit Papierbahnen abgedichtet. Noch können die Kunstfreunde nur erahnen, dass sich dort Großes tut. Denn Ausstellungsorganisator Heinz Engels verströmt in diesen Tagen nicht nur hektische Geschäftigkeit, er hat auch eine Spur von Triumph im Blick: Denn ihm ist wieder ein Coup gelungen. Die versprochenen 38 Lithographien von Armin Mueller-Stahl sind in Markt 9 eingetroffen.
Heinz Engels hat jetzt alle Hände voll zu tun , zunächst einmal 18 Bilder zu rahmen und aufzuhängen. In der Mitte der Ausstellungszeit wird er sie dann allesamt auswechseln und den Rest der wertvollen Lieferung präsentieren. Die stellt übrigens einen eindrucksvollen Überblick über die verschiedenen Schaffensperioden von Armin Mueller-Stahl dar.
Ausstellungsdaten
Die Ausstellung mit Lithografien von Armin Mueller-Stahl wird am Sonntag, 4. März, 15 Uhr, in der Galerie Markt 9 eröffnet. Sie ist bis zum 22. April zur den Öffnungszeiten mittwochs, 15 bis 17 Uhr, sonntags, 15 bis 18 Uhr sowie Karfreitag und Ostermontag, 15 bis 17 Uhr, zu sehen. Sonderbesuchstermine können mit Heinz Engels auch unter Tel. 5563 vereinbart werden. Er bietet auch Schulklassen und sonstigen Gruppen gesonderte Termine an.
Sogar zwei Originale
Da werden keinesfalls nur Szenen aus Goethes Urfaust präsentiert, wie es zunächst angekündigt worden war. Da Armin Mueller-Stahl fast zeitgleich eine Ausstellung zum Urfaust in Karlsruhe bestücken muss, ist die Auswahl für Wermelskirchen nun umso vielfältiger geworden. Sogar zwei Originale befinden sich unter den ausgewählten Exponaten: Mueller-Stahl im Selbstbildnis in seiner Rolle als Thomas Mann, für dessen Darstellung er den Grimme-Preis erhielt; sowie ein Bildnis von John Lennon. Hier, wie auch in dem Porträt des Analytikers Siegmund Freud, beweist sich Armin Mueller-Stahl als ein besonders ausdrucksstarker Künstler, der den Blick des Betrachters zu bannen versteht. Sein Porträt von Heinrich Heine – ansprechen auf einer Staffelei ausgestellt – zeigt einen jungen, melancholischen Dichter und Denker hinter dem Nebelschleier des Farbenspieles.
Melancholie tritt dem Betrachter auch in schwarz-weißer Ausprägung auf den Urfaust-Lithografien entgegen. Dort wird aber auch ein dynamisch-schicksalhaftes Ringen der Figuren verdeutlicht. Literatur wird hierbei in Bildsprache eindringlich interpretiert. Hier lotet ein durch und durch kreativer Mensch alle seine musischen Ausdrucksformen aus.
Ganz im Gegensatz zu seinen melancholisch-gestimmten Darstellungen zeigt sich Armin Mueller-Stahl auch als humorvoll-hintersinniger Künstler und Szenebeobachter, etwa in den Bildern: „The school für scandal“ oder „’ne halbe Stunde in der Nacht“.
Erst seit dem Jahr 2001 stellt der vielfach preisgekrönte, internationale Schauspieler und studierte Musiker Armin Mueller-Stahl auch seine Kunst aus. Er malte zwar schon seit seiner Jugendzeit, aber es bedurfte der Ermutigung des Lübecker Galeristen Frank Thomas Gaulin, um ihn auch als Künstler an die Öffentlichkeit treten zu lassen.
Nach Berlin, Lübeck, Rom, Los Angeles und zur Zeit in Hamburg stellt er nun auch in Wermelskirchen aus. Bei der Vernissage wird auch mehrfach ein 15-Minuten-Film über Leben und Werk von Armin Mueller-Stahl gezeigt.
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