Wermelskirchen: Mueller-Stahl zum 10-Jährigen
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 15.12.2006Wermelskirchen (RPO). Heinz Engels hat schon „sein Geschenk“ für den Kunstverein: Er holt eine Ausstellung des Schauspielers und studierten Kunstgeigers Armin Mueller-Stahl für sechs Wochen im Frühjahr in die Galerie „Markt 9“
Er gilt als der rühriger Organisator im Kunstverein: Heinz Engels, offiziell stellvertretender Vorsitzender. Und auch selbst Künstler. Mit drei Grass-Ausstellungen machte er Wermelskirchen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Selbst in der Münchner Kunstszene, so bekam er jetzt zu hören, ist der Kunstverein Wermelskirchen mit seinen Aktivitäten ein Begriff. Die jüngsten Besucherzahlen sprechen da für sich. Fürs zehnjährige Bestehen des Kunstververeins im März 2007 ist Engels erneut ein Coup gelungen: Er bekommt 38 Exponate des in Los Angeles lebenden deutschen Schauspielers, Schriftstellers und Malers Armin Mueller-Stahl.
Der Kunstverein
Am 13. März 1997 wurde der Kunstverein Wermelskirchen gegründet. Viele gaben ihm keine große Chance. Mit 14 Mitglieder begann der Kunstverein, heute hat er 110. Zehn der Gründungsmitglieder sind heute noch im Verein, drei sogar im Vorstand aktiv: Heinz Engels (stellvertretender Vorsitzender, Gisela Matenar und Birgit Hoffmann-Kraus (Beisitzer). Vorsitzender ist heute Bernhard Schulte.
Gute Kontakte helfen
Seit den Grass-Ausstellungen hat Engels gute Kontakte zur Grass-Stiftung und zum Kunsthaus Lübeck. Als der Wermelskirchener jüngst vorsichtig mal anfragte, ob er Werke anderer namhafter Künstler bekommen könnte, hat ihm der Inhaber, der Galerist Frank-Thomas Gaulin, gleich eine Liste vorgelegt: Armin Mueller-Stahl, Marc Chagall, Max Liebermann und Heinrich Zille. „Zugegriffen“ hat er dann bei Müller-Stahl, aber auch die anderen möchte Engels im Laufe der nächsten zwei bis drei Jahre im „Markt 9“ ausstellen.
Im Januar wird Engels nach Hamburg reisen, wo Mueller-Stahl persönlich eine Ausstellung mit seinen Werken – wohl hauptsächlich 20 großformatige Lithographien zu Goethes „Urfaust“ – eröffnet. „Ich hoffe, dass ich ins Gespräch mit Galeristen und Künstler komme“, so Engels. Ohne es auszusprechen, hegt er natürlich die Hoffnung, dass vielleicht Mueller-Stahl und/oder der Galerist auch nach Wermelskirchen kommen . . .
„Wenn der Kunstverein finanziell besser gestellt wäre, wäre das alles kein Problem“, weiß Engels zu berichten. 2000 Euro würden vielleicht benötigt; Grass kostete damals gut das Doppelte. Sponsoren aus der Wirtschaft gebe es leider viel zu selten bis überhaupt nicht – „Kunst wird leider hier nicht hoch gehandelt“. Dabei sei dank Engels’ Initiative Kunst längst zum Standortfaktor geworden, so der Kunstverein-Vorsitzender Bernhard Schulte. Engels versteht so auch sein Engagement: Er will den Bekanntheitsgrad der Kunstverein-Galerie „Markt 9“ weiter steigern, um vielleicht Geldgeber oder Sponsoren zu gewinnen.
Dass jedenfalls das Interesse an „Markt 9“ wächst, hat er längst Schwarz auf Weiß. 485 Besucher in der letzten Ausstellung. Das hat was. Engels: „Die Großstädte sind satt. Unsere Kreativität ist unser Vorteil.“ So fand der Wechsel der Bilder während der Grass-Ausstellung Gehör; so wird er es auch bei Mueller-Stahl machen. „38 Exponate bekomme ich, 18 werden regelmäßig aufgehängt sein.“ Was er an Bildern bekommt, weiß er nicht: „Ich lass’ mich da überraschen.“
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