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Wermelskirchen: Neues Konzept für den Markt

VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 10.02.2007

Wermelskirchen (RPO). WNK UWG stellen am Montag einen interfraktionellen Antrag, um das 2003 vom Rat beschlossene Verkehrskonzept Markt umzuwerfen. Sie wollen die Berliner Straße sperren und einen attraktiven Platz gestalten.

Das Büdchen verstellt die Sicht auf das denkmalgeschützte Ensemble mit dem Bergischen Löwen und der Galerie des Kunstvereins. Auch dies ist ein Argument für den Abriss des Häuschens. Foto: RPO

„Die politischen Mehrheiten haben sich geändert“, mit diesen Worten kündigte WNK UWG-Fraktionsvorsitzender Henning Rehse für Montag einen bahnbrechenden interfraktionellen Antrag im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr (StuV) an. Damit soll das 2003 vom Stadtrat beschlossene Verkehrskonzept für den Markt wieder umgeworfen werden. Der viel diskutierte Abriss des Büdchens ist dabei nur ein Teilbereich der neuen Konzeption, den Rehse in der Bürgerversammlung am Donnerstagabend vorstellte.

Das damalige Konzept für den Markt, basierend auf den Vorstellungen von Stadtplaner Wolfgang Mesenholl, sei sowieso ohne die Zustimmung großer Teile der Anwohner und des Einzelhandels rund um den Markt beschlossen worden, blickte Rehse zurück. WNK UWG wollen deshalb am Montag in den StuV den Antrag einbringen, das Teilstück der Berliner Straße am Markt bis auf die vier Adventswochenenden für den Verkehr zu sperren. Diese Ausnahme soll für den Weihnachtsmarkt und den Nikolauszug gemacht werden.

Info

Außengastronomie

Thomas Wild, Juniorchef des Café Wild, sah die Pläne für eine Außengastronomie am Markt kritisch. Es sei für ihn fraglich, ob sich Außengastronimie in Wermelskirchen wirtschaftlich rechne. „In Köln sitzen die Leute beim ersten Sonnenstrahl schon draußen. Aber in Wermelskirchen warten sie, wenn es warm ist, erst mal drei Tage und kommen am vierten Tag vielleicht heraus,“ meinte Thomas Wild.

Platz soll auch Passage beleben

Außerdem wollen sie die schiefe Ebene, die der Markt bis in die 1920er Jahre (noch ohne Büdchen) als Platz mit einem Baum und einem Brunnen dargestellt hat, in etwa wieder herstellen und als einen ansprechend gestalteten Platz auch für Außengastronomie gestaltet wissen. Um das denkmalgeschützte Ensemble am Markt zu komplettieren und aufzuwerten, schlug Rehse erneut in der Bürgerversammlung einen Eingriff am Haus Markt 13 (ehemaliges Radiogeschäft) vor. Die Stadt solle das Haus erwerben, den Vorbau aus den 50er Jahren entfernen und anschließend den Kunstverein von Markt 9 nach dort umziehen lassen, meinte Rehse. Für diese gesamte Neuplanung wolle WNK UWG nun ein Feedback aus der Bevölkerung und politische Mehrheiten bekommen, eröffnete Rehse die anschließende Diskussion nicht nur über das Büdchen.

„Ich hänge zwar an dem Büdchen, aber das muss weg!“, plädierte Apothekerin Veronika Klatt. Sie sehe aber als Geschäftsfrau aus der unteren Kölner Straße ein ganz anderes Problem im Vordergrund der Marktgestaltung: „Alles steht und fällt doch mit der Frage, was aus der Marktpassage wird“, sprach sie die Leerstände dort an.

„Büdchen ist ein Wahrzeichen“

Klaus Hake (WNK UWG und früherer Geschäftsmann vom Markt) entgegnete dazu: Wenn der Markt als ausgebauter Platz wieder belebt werde, könne sich dies auch positiv auf die Neubelebung der Marktpassage auswirken.Es gab aber auch Stimmen für den Erhalt des Büdchens, mit dem Tenor: Das Häuschen sei schließlich ein Wahrzeichen der Stadt, setze Akzente und sei „architektonisch witzig“, meinte ein Anlieger.

Quelle: RP

 
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