Wermelskirchen: Nun geht’s um die Lizenz zum Würstchen-Braten
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 10.04.2008Wermelskirchen (RPO). „Sind Sie eigentlich verheiratet!“, wollte die italienische Polizistin jetzt als Erstes von den Wermelskirchen-Auswanderern Anke und Dirk Leithäuser wissen. Diese Frage konnten „Hasi“ und „Didi“, die Beiden vom künftigen „Imbiss-Paradies“ am Gardasee, allerdings mit gutem Gewissen bejahen.
Als sie dann auch noch stolz von ihren netten Kindern Carina und Dennis erzählen konnten, die im kühlen Deutschland zurückgeblieben sind, da war die Polizistin im katholischen Italien hochzufrieden. Und es gab den Stempel für den italienischen Pass.
„Probefahrt“ mit Kartoffelsalat
„Wir haben unsere Ausweise ohne Übersetzer im Rathaus abgeholt“, berichtet Anke Leithäuser der BM. Schwierige Dinge übersetzte zwar noch der Betreiber „ihres“ Campingplatzes für sie, aber das sei nur noch eine Frage der Zeit. „Nun müssen wir mit unserem Imbiss-Paradies nur noch zum Gesundheitsamt. Wenn wir da die Lizenz bekommen, dann geht es endlich los“, freut sich „Hasi“. Deshalb wird der feuerrote „Brat-Fritze“ mit den sonnengelben Punkten nun auch erst mal auf Hochglanz gebracht.
„Die ersten Würstchen kaufen wir dann beim Lidl und bestellen sie später in Thüringen“, kündigt Anke Leithäuser an. Als Erstes werde das Imbiss-Paradies dann mit Reibekuchen, Frikadellen und Kartoffelsalat „auf Probefahrt“ geschickt. „Und dann sind auch wieder die Fernsehleute dabei. Die rufen schon täglich an, wann es endlich mit dem Verkauf losgeht und sie wieder zum Drehen an den Gardasee kommen können“, erzählt Anke Leithäuser. Außerdem sei es für sie natürlich wichtig, auch endlich ans Geldverdienen zu kommen. Denn Auswandern ist doch etwas anderes als Urlaubmachen am Gardasee, wussten „Hasi“ und „Didi“ schon, als sie „ihre Klamotten“ in Wermelskirchen auf der Eich mühsam in den Möbelwagen packten.
Ferien in „Hasis“ Wohnwagen
Denn im Nachhinein gab es für Tochter Carina, die daheim ihre Ausbildung als Erzieherin beendet, noch eine böse Überraschung: „Die Fernsehleute hatten uns beim Auszug so aufgehalten, dass die Möbelpacker aus Versehen noch Sachen zurückgelassen hatten. Die muss unsere Tochter nun mit einem Transporter noch wegschaffen“, bedauert Anke Leithäuser.
Damit „Hasi“ und „Didi“ ihre beiden Kinder in der Heimat nicht zu sehr vermissen, halten sie nicht nur regelmäßig Kontakt per E-Mail und Telefon. Die Sport-Pokale von Sohn Dennis sowie die Bilder der Kinder haben im neuen Wohnzimmer in Italien schon ihren Ehrenplatz erhalten.
Die fleißigen Umzugs-Helfer der Leithäusers, die Eltern, Tante und Onkel, sind zwar mittlerweile wieder abgereist. „Aber sie haben sich schon für den nächsten Urlaub am Gardasee angemeldet“, freut sich Anke Leithäuser. In ihrem Wohnwagen auf dem Campingplatz wollen „Hasi“ und „Didi“ allerdings künftig nicht nur die Verwandten einquartieren, sondern das gute Stück auch an sonstige Urlauber vermieten.
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