Wermelskirchen: Parkende Autos stoppen Schneepflüge Geplatzte Leitungen: Monteure im Dauerstress
zuletzt aktualisiert: 22.12.2009Wermelskirchen (RPO). Lob gab's gestern von der Polizei für die Autofahrer: "Wir hatten am Wochenende in Wermelskirchen nur fünf Unfälle, gestern weitere vier. Das ist bei solchen Witterungsverhältnissen sehr wenig", so Polizeisprecher Peter Raubuch. Kreisweit ereigneten sich am Wochenende 23 Unfälle: "Ein Wochenende zuvor waren es 46."
Er führt die geringe Zahl darauf zurück, dass natürlich viele Autofahrer einerseits zu Hause geblieben waren, aber auch mit solchen wetterbedingten Situationen aufgrund jahrelanger Routine "sehr routiniert umgehen". "Im Bergischen fahren eben alle auch mit Winterreifen. Das hat sich am Wochenende als richtig herausgestellt. Denn gerade in Nebenstraßen, wo erst spät geräumt wurde, war ein Fortkommen ohne Winterreifen kaum möglich."
Im Dauereinsatz sind die Räumfahrzeuge der Stadt. "Wir kämpfen", meinte Jürgen Schütze, Gruppenleiter technische Straßenverwaltung im Bauhof. Samstag und Sonntag waren sie jeweils von sechs Uhr in der Früh bis abends unterwegs, gestern ab 3.30 Uhr. Rund 30 Tonnen Salz wurden pro Tag auf die Straßen gestreut. Ausfälle gab's zum Glück nicht. Gestern wurde versucht, auch den Schneematsch wegzuräumen.
Doch das Wetterfax sagte ihm gestern Mittag nichts Gutes: Neue Schneefälle ab Nachmittag bis zum nächsten Tag in unterschiedlicher Intensität.
Seine Bitte an die Bürger: Parkende Autos so nah wie möglich an den Straßenrand stellen. Vor allem in den Wohnstraßen. "Sonst kommen wir einfach mit unseren Schneepflügen nicht durch."
Übrigens: Da gibt es dann auch immer wieder einige Bürger, denen es nicht schnell genug geht. "Meine Mitarbeiter haben sich schon ein paar unfreundliche Worte anhören müssen. Die verstehen aber nicht, dass wir nach einer Prioritätenliste arbeiten." KOMMENTAR
"Wenn die Autobahn zu ist, verstopft auch die B51. Verspätungen sind da für uns an der Tagesordnung": Diese Bilanz zog gestern Ernst-Peter Hachenberg, Disponent Technik der RVK am Braunsberg. Vor allem die Buslinie 260 verspätete sich – einerseits durch schlecht geräumte Straßen, aber auch, weil die B51 eben Ausweichstrecke für die Autobahn ist. "Damit verspäten sich dann auch alle anderen Linien." Aber kein Bus sei liegengeblieben, berichtet er.
Als ein "normales Wochenende" wurde der vierte Advent im Krankenhaus bilanziert. Einige Erwachsene seien nach Stürzen mit Brüchen eingeliefert worden. Aber das sei Tagesgeschäft, so Ralf Schmandt von der Geschäftsführung.
Hochbetrieb hingegen bei den Fachbetrieben im Sanitär- und Heizungsbereich. Rene Hausmann: "Unsere Monteure waren Samstag und Sonntag jeweils bis zu 15 Stunden im Einsatz." Einfrorene und geplatzte Wasserleitungen und auch Heizungsstörungen mussten die sechs Monteure reparieren. "Wer bei minus 15 Grad die Heizung abdreht und dann das Fenster öffnet, muss damit rechnen, dass der Heizkörper einfriert." Gestern rechnete er noch mit Nachwirkungen des frostigen Wochenendes: "Es taut langsam auf. Dann tritt eben der Schaden zutage."
Ähnlich war's bei der Firma Hammerschmidt. Olaf Klein: "Unsere beiden Monteure waren gut ausgelastet." Auch sie hatten es zumeist mit eingefrorenen Wasserleitungen zu tun.
Normalen Unterricht meldeten die weiterführenden Schulen gestern. Nur ganz wenige Schüler vor allem aus Dhünn und Dabringhausen waren nicht erschienen, hieß es aus dem Gymnasium und der Realschule. In der Hauptschule lag deren Zahl höher: Etwa ein Drittel hatten das Angebot des Schulministerium genutzt und war zu Hause geblieben, im Berufskolleg wird die Zahl auf etwa ein Fünftel geschätzt.
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