Wermelskirchen: Pflegeeltern gesucht!
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 21.07.2010Wermelskirchen (RPO). Im Auftrage des städtischen Jugendamtes hat der Intensivpädagogische Dienst Solingen jetzt mit der Suche und Vermittlung von Pflegeeltern begonnen. Die Interessenten werden sorgfältig ausgesucht und geschult.
"Nicht jedes Kind lebt in einer intakten Familie, manche Kinder wissen noch nicht einmal, wie Familie funktioniert", sagt Bela Gall, der Geschäftsführer des Intensivpädagogischen Dienstes (IpD). Deshalb hat die Stadtverwaltung diesen Solinger Dienst nun für das Jugendamt mit der Suche nach Pflegefamilien beauftragt. Ab sofort gibt es Sprechstunden, und schon einige interessierte Familien haben sich laut Bela Gall gemeldet. Weitere werden aber gesucht sowohl für die Bereitschafts-, als auch für die Dauerpflege.
Pflegeeltern werden geschult
Auch in der Vergangenheit hat das Jugendamt der Stadt schon Kinder in Pflegefamilien statt im Heim untergebracht. Derzeit leben 34 Kinder in Pflegefamilien in Wermelskirchen. Da die Personalkapazitäten des Jugendamtes aber mit der Begleitung der Pflegefamilien ausgelastet sind und die Suche nach solchen zusätzlicher Kräfte bedarf, hat die Stadt nun den IpD mit dieser Aufgabe betraut.
Kontaktdaten
Der Intensivpädagogische Dienst Bergisch Land (IpD) hat Sprechstunden montags und donnerstags, 9 bis 11 Uhr, dienstags und mittwochs, 14 bis 16 Uhr, im Rathaus, Raum 418. Die Mitarbeiterinnen Petra Kronenberg und Melanie Weißbacher sind unter % 710690 zu erreichen; Info unter www.ipd-sg.de. Bisherige Berichte: www.rp-online.de/wermelskirchen
Die Diplom-Sozialpädagoginnen Petra Kronenberg und Melanie Weißbacher betreuen die Pflegeeltern-Vermittlungsstelle des IpD vor Ort. Feste Sprechzeiten bieten sie zwar im Jugendamt im Rathaus an. Aber für weitere Interessentenkontakte und für die Elternschulungen haben sie Räume in der Telegrafenpassage bezogen. Petra Kronenberg habe selbst Pflegekinder betreut, betont Bela Gall.
Der IpD sucht nun Familien, aber auch Alleinstehende, die sich liebevoll um Pflegekinder kümmern möchten: "Die Pflegeeltern müssen aber belastbar sein, denn die Kinder haben alle eine Vorgeschichte", weiß Bela Gall, der aber auch betont: "Die Pflegeeltern oder -einzelpersonen werden nicht alleine gelassen. Sie werden sorgsam ausgesucht, dann von uns geschult, sie werden vom Jugendamt begleitet. Und wir bieten bei Bedarf auch später immer wieder Nachschulungen zu bestimmten Themen wie beispielsweise der Pubertät an."
So müssen Interessenten für Pflegestellen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis beibringen, informiert Gall. IpD-Mitarbeiter besuchen die Interessenten dann mehrfach zu Hause, bevor sie zu insgesamt fünf Vorbereitungsseminaren eingeladen werden. Jugendamt und IpD entscheiden dann im Abschlussgespräch über die Pflegeelternbefähigung.
"Wir lassen uns viel Zeit, drei Monate und mehr, damit sich alle Seiten in Ruhe entscheiden können. So können auch die Interessenten, für die die Schulungen kostenfrei sind, sich jeder Zeit noch wieder umentscheiden", sichert Bela Gall zu. Aber er hofft, dass sich möglichst viele Pflegeeltern, auch mit oder ohne eigene Kinder, finden. Denn der Bedarf sei groß.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



