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Wermelskirchen: Planschen nur unter Aufsicht

VON MICHAELA PFEFFER - zuletzt aktualisiert: 22.07.2010

Wermelskirchen (RPO). Den Schwimmmeistern in Dabringhausen zeigen sich in diesen Tagen oft unglaubliche Bilder: Kleinkinder, die ohne Aufsicht im Becken spielen oder mit ihren Schwimmflügeln durchs Wasser treiben. Sie warnen vor der Gefahr.

Das schöne Wetter lockt sie alle. In Scharen strömen Eltern und Kinder, Jugendliche und Rentner in diesen Tagen ins Freibad Dabringhausen. Die guten Besucherzahlen freuen die Freibad-Förderer, für das Aufsichtspersonal bedeuten sie dagegen hochkonzentrierte Arbeit. Stets lassen die beiden Schwimmmeister Petra Langhanki und Ulrich Schwick ihre Blicke über die Becken schweifen.

Was die beiden verärgert: Besonders auffällig ist in diesem Jahr die Anzahl an Nichtschwimmern, die ohne Aufsicht im Wasser sind. Bei Hochbetrieb sichten die Schwimmmeister derzeit täglich mehrere Kinder, die mutterseelenallein im Becken plantschen. "Wir holen dann die Kinder aus dem Becken und fragen, mit wem sie hier sind. Anschließend gehen wir gemeinsam mit dem Kind zu den Eltern. Die Kinder können nichts dafür, die Eltern handeln fahrlässig", sagt Petra Langhanki.

Nur Schwimmflügel reichen nicht

Dass sie damit bei einigen Eltern auf Unverständnis treffen, ist für die Schwimmmeister unbegreiflich. Solange die Kinder nur im Nichtschwimmerbecken spielen, könne ihnen doch nichts passieren, ist der Standpunkt vieler. "Den Eltern ist gar nicht bewusst, dass sie ihre Aufsichtspflicht verletzen. Sie sind dafür verantwortlich, dass Nichtschwimmer, auch wenn sie mit Schwimmflügeln ausgerüstet sind, ständig beaufsichtigt werden", betont Ulrich Schwick.

Es gibt Fälle, die bei den Schwimmmeistern nur Kopfschütteln verursachen: Ein fünfjähriges Mädchen, das selbst noch nicht schwimmen kann, spielt ganz allein mit ihrem einjährigen Bruder im tiefen Bereich des Nichtschwimmerbeckens, die Eltern liegen auf der Wiese und kümmern sich nicht. Mit Schwimmflügeln, aber ohne Aufsicht, treibt ein Junge im Schwimmerbecken am Sprungbrett. Auch im Bereich des Planschbeckens müssen die Kinder beaufsichtigt werden, hier wurden schon Kleinkinder ganz ohne Aufsicht beobachtet. Die Situation sei in diesem Jahr schlimmer denn je.

Dies wird dem Personal auch von Kollegen aus anderen Bädern berichtet. "Ständig hört man in den Medien von ertrunkenen Kindern. Letzte Woche erst musste ein vierjähriger Junge, der ohne Aufsicht im Wasser war, in einem Freibad in Wuppertal reanimiert werden. Und trotzdem handeln die Eltern auch hier grob fahrlässig", ist Petra Langhanki verärgert. Im Freibad Dabringhausen wird derzeit darüber nachgedacht, alle Eltern mit Handzetteln über ihre Aufsichtspflicht zu informieren. "Es darf hier nicht erst etwas passieren", betont die Schwimmeisterin.

Quelle: RP

 
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