Wermelskirchen: Polizeiwache: "Parteien ignorieren Menschen"
zuletzt aktualisiert: 26.10.2010Wermelskirchen (RPO). Die Diskussion um die Schließung und der Kampf um den Verbleib der Polizeiwache vor Ort beschäftigt auch den Wermelskirchener Journalisten, Filmememacher und politisch-engagierten Wolfgang Horn.
Das ehemalige, langjährige SPD-Mitglied war aus Politikverdrossenheit ausgetreten, nach der Kommunalwahl 2009 aber als Gastmitglied in die SPD zurückgekehrt – "um hier vor Ort etwas zu bewegen", hatte sich Horn vorgenommen.
Nun mahnt er aber "seine" SPD und nicht nur die, sondern alle Parteien vor Ort an, die jetzt seiner Meinung nach "dazu schweigen und ignorieren, was die Menschen da draußen umtreibt": Und das seien nun mal das Sicherheitsbedürfnis der Menschen und die Angst vor der geplanten Schließung der Polizeiwache. "Das ist das Thema, das den Menschen unter den Nägeln brennt", beobachtet Horn.
Die Nöte der Menschen
Doch er beklagt andererseits: "Das ist aber leider auch das Thema, das sich die meisten Parteien zur Zeit entgehen lassen. Sie nehmen sich die Chance, auf das zu reagieren, was die Bürger wirklich betrifft." Dabei sei es gar nicht entscheidend, ob die Kommunalpolitik überhaupt Einfluss auf die Polizei hat und welche Position sie selbst vertrete: "Die Parteien vor Ort müssen sich um die Nöte der Menschen vor Ort kümmern", fordert Horn.
Und die drückten sich nun mal in den 4000 bereits geleisteten Unterschriften gegen die beabsichtigte Schließung der Polizeiwache aus. Dabei sei es auch völlig belanglos, ob der ein oder andere vielleicht mehrfach unterschrieben habe. "Auch wenn es nur 3000 Unterschriften sein sollten, dann sagten die aber Dasselbe über die Betroffenheit der Bürger aus", denkt Horn.
Und er appelliert an "seine" SPD sowie an die anderen Parteien, die jetzt die Ängste der Bürger nicht aufgreifen: "Es ist Qualm in der Stadt. Eine SPD, egal welche Partei, die den Qualm in der Stadt nicht sieht, nicht riecht, die versagt, weil sie sich die Chance nimmt, mit den Bürgern über das zu sprechen, was sie umtreibt".
Und er zitiert den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel: "Wir müssen raus ins Leben, wir müssen dahin, wo es anstrengend ist". Für Horn ist klar: "Draußen im Leben", das müsse für alle Parteien jetzt da sein, wo 4000 Wermelskirchener gegen die Schließung der Polizeiwache unterschrieben haben: "Und es kommen gewiss noch einige Tausend hinzu", prognostiziert Wolfgang Horn.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



