Wermelskirchen: Prächtige Verwirrung der Sinne
VON BERND GEISLER - zuletzt aktualisiert: 24.11.2006Wermelskirchen (RPO). Eine gelungene Premiere feierte die Theater-AG des Gymnasiums mit dem „Sommernachtstraum“. Lautstarken Beifall, Standing Ovations und eine Rose für jeden Jung-Schauspieler gab’s am Ende für Hingabe, Leidenschaft und Körpereinsatz.
Die stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums Elke Bergmeister schnappte sich begeistert das Mikrofon. „Es war ein phantastischer Abend“, sagte sie und überreichte allen Schauspielern eine Rose als symbolisches Dankeschön für die gelungene Aufführung des „Sommernachtstraum“: „Ich habe Worte wie ‚phantastisch‘, ‚affengeil‘ und ‚bärenstark‘ gehört. Es war eine wunderbare, phantasievolle Aufführung.“ Und die 19 Jungen und Mädels freuten sich riesig. Nicht nur über Elke Bergmeisters Worte, sondern auch über den lautstarken Beifall im PZ und den Standing Ovations des Publikums.
Zwei Aufführungen
Schüler der Jahrgangsstufen acht bis zwölf sind in der Theater-AG. Sie wird geleitet von den Lehrern Melanie Lamberti, Rüdiger Wolfrum und Christiane Grundmann. 2 Aufführungen wurden gezeigt.
Sie hatten diesen Beifall verdient. Alle – ohne Ausnahme – spielten mit Hingabe, Leidenschaft und vollem Körpereinsatz. Allerdings auch ein Muss bei diesem nicht leicht über die Bühne zu bringenden Theaterstück. Es geht um Liebe und die Verwirrungen, die sie anstiften kann. „Vernunft und Liebe gehen heutzutage selten Hand in Hand“, heißt es und fürwahr – Shakespeare dreht dieses Thema gewaltig durch die komödiantische Mühle.
Die Suche nach der „großen Liebe“
Das Verwirrspiel um Liebesdinge und Eifersüchteleien platzt – die Banalitäten des Alltags nach allen Richtungen sprengend – fast vor komödiantischer Sinnenfreude, vor Phantasie und Wahn. Es lotet die Suche nach der „großen Liebe“ aus und stellt die Frage nach ihren Grenzen. Wie mächtig regieren die Gefühle? Wann ist es Zeit für die Vernunft? Natürlich gibt es keine Antwort – darüber können Akteure und Publikum nachdenken. Im stillen Kämmerlein, vielleicht sogar in trauter Zweisamkeit. Also eine gute Wahl der Theater AG des Gymnasiums.
Irgendwann während der Schulzeit beginnen plötzlich „Vernunft und Liebe“ ihren merkwürdigen Kampf zu kämpfen. Vielleicht legten sich gerade aus diesem Grund alle Schauspieler so mächtig ins Zeug. Manche Rollen gaben natürlich mehr her als andere. Tatiana Windgassen als Zettel tobte sich zur Freude aller so richtig aus, Magdalena Demski stiftete als (Schabernack-)Puck locker und verschmitzt heillose Verwirrung, und die Liebespaare Saskia Becker (Hermia), Arne Linscheid (Demetrius), Maximilian Borner (Lysander) und Annika Theis (Helena) trieben in einer leidenschaftlichen Szene die Liebes-Verwirrungen auf der Bühne und die Lacher im Publikum auf die Spitze. So mancher im Publikum hätte sicherlich gerne zunächst die arme Helena – und als das Blatt sich wendete – die sitzen gelassene Hermia getröstet. Einziger Wermutstropfen im Freudentrunk der Aufführung war die Akustik. Obwohl die Technik sich redlich Mühe gab – alleine sieben Mikrofone an und über der Bühne, ließ ihr die Konstruktion des PZ keine Chance, alle Sitze gleichmäßig zu beschallen. Sei‘s drum, die nach Programmheft „Entführung in den Wald und die Verwirrung der Sinne“ gelang prächtig.
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