Wermelskirchen: Privater Fahrdienst für Schüler
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 03.11.2007Wermelskirchen (RPO). Die Grundschule Ost beauftragt für nicht fahrberechtigte Kinder ab dem kommenden Schuljahr einen Schulbus. Der Hintergrund: Seit Umgehungsstraße und Kreisverkehr Berliner Straße ist die Schulweg-Sicherheit gesunken.
KGS als Vorbild
Die Katholische Grundschule hat seit den 80er Jahren einen privaten Fahrdienst. Eingerichtet wurde er seinerzeit auf Elterninitiative für Fahrkinder. Eltern warn damals nicht bereit, dass die Grundschüler aus den Außenbezirken bis an die Haltestellen fuhren und dann von dort aus weite Fußwege bis zur KGS machen mussten. Jetzt werden sie nah ans Schulgelände gebracht. Die Stadt beteiligt sich für Fahrkinder an den Kosten; die Eltern zahlen einen Obolus.
Keine Ampel mehr im Bereich Mozart-/Berliner Straße. Da kann jetzt in Richtung Innenstadt zügig „durchgebrettert“ werden. Zebrastreifen werden ignoriert. Und der Kreisverkehr? Der hält die Raser auch nicht ab, die Geschwindigkeit zu senken, geschweige denn einen Blinker bei der Ausfahrt in Richtung Innenstadt zu setzen. „Die Situation ist gerade für Schulkinder sehr schlimm geworden“, so Grundschul-Leiterin Dagmar Strehlow-Toussaint.
Eltern fürchten längst um das Leben ihrer kleinen Kinder, seit ein Vorfall die Runde in der Schule macht, der wirklich nachdenklich stimmt. Verkehrssicherheitsberater Uwe Ortmann besprach mit einem ersten Schuljahr den Schulweg und stand dort am Zebrastreifen. Alle hatten Warnwesten an. Doch kein Auto reagierte, sie düsten weiter, so dass der Polizist schon auf die Straße springen musste. Antwort eines Autofahrers: Der Kreisverkehr war nicht im Navi angezeigt.
Die Reaktion auf das Sicherheitsbedürfnis gerade der Eltern aus den Bereichen Kenkhausen, Heisterbusch, Lüffringhausen und Industriegebiet: Die Grundschule Ost wird zum Schuljahr 2008/2009 einen privaten Fahrdienst für Schüler anbieten, die nicht fahrberechtigt sind. Also innerhalb des zwei Kilometer-Radius’ leben.
Der Kreisverkehr sei ein großer Schwachpunkt auf dem Schulweg ihrer Kinder. Der zweite, und gravierendste, sei die Umgehungsstraße: „Die Situation ist für die Kinder gefährlicher geworden.“ So zum Beispiel die Edeka-/Toom-Einfahrt: Schon manche Autofahrer seien bei den drei Ein-/Ausfahrten überfordert – „was erwartet man da von Sechs- bis Zehnjährigen?“
Im Ampelbereich Neuenhöhe würden Rechtsabbieger morgens häufig Kinder „übersehen“; und Eltern aus Lüffringhausen lehnten ab, dass die Jungen und Mädchen einen Fußweg durch ein Waldstück – der offizielle Fußweg – laufen sollen. Dann nämlich ist der Weg kürzer als zwei Kilometer. Müssten sie über Wüstenhof laufen, wären sie auch offizielle Fahrkinder.
30 bis 35 Interessenten
„Das Interesse der Eltern ist groß“, so die Schulleiterin: Seien es in den vergangenen Jahren vereinzelte, würde jetzt an den Informationsabenden verstärkt und gezielt nachgefragt. 30 bis 35 Interessenten hat sie bereits. .
Zudem habe es Schwierigkeiten mit dem offiziellen Busverkehr gegeben: „Die Kinder standen um 7.10 Uhr auf dem Schulhof, der Unterricht beginnt aber erst um 7.45 Uhr.“ Erst nach öffentlichem Druck habe es eine Änderung gegeben, so dass die Fahrschüler nun um 7.30 Uhr ankommen. „Auch da gibt es Eltern, die gern einen privaten Fahrdienst in Anspruch nehmen würden.“ Sie rechnet mit Fahrkosten von zehn bis 15 Euro im Monat.
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