Wermelskirchen: Profit mit "grünem Strom"
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 21.11.2009Wermelskirchen (RPO). Die BEW will zum größten Stromproduzenten der Region auf dem grünen Energiemarkt aufsteigen: 29 Dächer städtischer Gebäude werden auf Eignung geprüft, um dort Photovoltaik-Anlagen zu installieren.
Die BEW steigt groß in den Wachstumsmarkt Regenerative Energieerzeugung ein – bis zum Jahresende werden allein in Hückeswagen drei Schuldächer für die Stromerzeugung mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet. Und das ist erst der Anfang: "Wir prüfen derzeit in Wermelskirchen 29 Dachflächen von städtischen Gebäuden auf Eignung", so BEW-Geschäftsführer Wilhelm Heikamp.
Am "grünen Strom" kann man als Erzeuger viel Geld verdienen – der Bürger zahlt's durch erhöhte Stromgebühren. So muss der BEW-Kunde ab 1. Januar 0,77 Cent je Kilowattstunde mehr zahlen – ein Mehrpreis, der entsteht (und weitergegeben wird an die Verbraucher) durch Bundesentscheidungen nach dem "Erneuerbare Energien-Gesetz". Mit einer Photovoltaik-Großanlage auf einem Lagergebäude in Hämmern wagte die BEW in 2005 den Einstieg.
Damals lag die Einspeisungsvergütung für den "grünen Strom"-Erzeuger bei über 50 Cent. Garantiert vom Staat, bezahlt vom Bürger durch höhere Strompreise. Derzeit bekommt man für Strom aus Photovoltaik-Anlagen, die bis zum Jahresende gebaut sind, 43 Cent pro Kilowattstunde – garantiert für die nächsten 20 Jahre. Ab 1. Januar sind's acht Prozent weniger – aber immerhin noch knapp 40 Cent. Trotzdem ist es ein Wachstumsmarkt: Die Bundesregierung will 30 Prozent des erzeugten Strom aus regenerativer Energie produzieren – zurzeit sind es nur 15 Prozent.
In Hückeswagen ist die BEW bereits den Weg gegangen: Die Realschule hat eine Photovoltaik-Anlage, zwei weitere Schulen bekommen sie noch bis Jahresende. Und: Die sanierungsbedürftigen Dächer werden gleich mit erneuert. Ähnlich soll's dann auch in Wermelskirchen laufen. Heikamp: "Wir suchen geeignete Dächer aus. Entweder wir bezahlen jährlich eine Pacht oder kapitalisieren, indem wir auch eine sanierungsbedürftige Dachfläche mit erneuern."
Städte die idealen Partner
Als Anteilseigner sind die Städte für die BEW ideale Partner. Da gibt es keine langen Genehmigungsverfahren. Und die Städte profitieren letztlich auch vom grünen Energiemarkt. Anders ist das bei der Wasserkraft. Da hat die BEW keinen direkten Zugriff, sondern muss nur zahlen. Der Wupperverband betreibt in seinem Verbandsgebiet derzeit vier Wasserkraftanlagen – eine fünfte könnte 2011 an der Großen Dhünn-Talsperre in Lindscheid hinzukommen.
Talsperren-Betriebsleiter Jürgen Fries: "Auf der Grundlage einer Diplomarbeit, die sich mit dem Bau und Betrieb einer Wasserkraftanlage zur Gewinnung von Strom an der Dhünn-Talsperre befasste, prüfen wir derzeit die Machbarkeit." Hier wolle der Wupperverband ebenso wie an den Brauchwasser-Talsperren Lingese, Brucher, Bever und Wupper die ökologischen Randbedingungen nutzen. Das Problem sei derzeit nur, dass das kalte Tiefenwasser zwar den nötigen Druck für die Stromgewinnung liefere – und damit mehr Gewinn ermögliche –, aber für die Fischstruktur in den Bächen in großen Mengen schädlich sein könnte. Die Planung soll bis Ende 2010 abgeschlossen sein.
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