Wermelskirchen: Reibekuchen auf Italienisch?
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 23.04.2008Wermelskirchen (RPO). Anke und Dirk Leithäuser warten immer noch auf die Lizenz für ihren Imbisswagen. „Hasi“ kann schon auf Italienisch bis 1000 zählen und hofft auf entsprechende Umsätze. Ihre Eltern haben 180 Würste aus Deutschland mitgebracht.
Berichte und Kontakt
Die bisherigen Berichte der Bergischen Morgenpost über Anke und Dirk Leithäusers Abenteuer Auswanderung gibt es im Internet nachzulesen unter www.rp-online.de. Fans von „Hasi“ und „Didi“ und solche, die es noch werden bzw. deren Wohnwagen auf dem Campingplatz für ihren Urlaub mieten möchten, können Kontakt aufnehmen per E-Mail: didi_und_hasi@hotmail.de
„Döner heißt in Deutschland ja auch Döner. Warum soll dann Curry-Wurst in Italien nicht auch Curry-Wurst heißen?“, meint Anke Leithäuser. Die Wermelskirchen-Auswanderer Anke und Dirk Leithäuser alias „Hasi“ und „Didi“ vom Imbiss-Paradies warten immer noch auf die Lizenz, ihre Curry-Würste und Co denn auch endlich rund um den Gardasee verkaufen zu können.
„Hasi“ zählt auf Italienisch 1000
Zunächst sollte ihnen Mitte vergangener Woche das begehrte Stück Papier im Rathaus von Ponti Sul Minciu ausgehändigt werden. Nun soll es endlich am Mittwoch was werden, aber „Hasi“ will den italienischen Beamten schon heute wieder „auf die Bude rücken“. Sie soll dort übrigens auch noch ihr ins Italienische übersetzte Zeugnis mitbringen. Schließlich hat „Hasi“ Einzelhandelskauffrau gelernt – das soll nun auch für den Imbiss-Betrieb von Vorteil sein. Längst haben sich „Hasi“ und „Didi“ aber schon Gedanken gemacht, wie sie die Angebotstafeln in ihrem „Brat-Fritze“ beschriften werden. Spätestens, als Anke Leithäuser in ihrem Italienisch-Wörterbuch keine Übersetzung für „Reibekuchen“ fand, da stand der Entschluss fest: „Bis auf die Preise wird nichts übersetzt. Und die italienischen Zahlen kann ich schon bis 1000“, erzählt „Hasi“ in froher Erwartung derart ansehnlicher Umsätze.
Außerdem habe ihr italienischer Campingplatz-Wart, Gino Tessari, schon angekündigt, er freue sich nach 23 Jahren Curry-Wurst-Abstinenz endlich mal wieder auf die echten deutschen „Brutzler“. 180 deutsche Würste sind denn auch am Sonntag mitsamt den Eltern von Anke Leithäuser und deren Hauskatze Lissy am Gardasee eingetroffen. Denn wegen eines Wurst-Engpasses in den italienischen Discountern hatten Alfred und Gisela Mathes für die Kinder in Deutschland groß eingekauft. „Meine Eltern sind aber nicht nur wegen der Würste gekommen“, freut sich Anke Leithäuser.
Anwalt mit Curry-Wurst bezahlen
Denn ihr Vater hilft als Installateur ihrem Mann jetzt dabei, den Imbiss-Wagen mit einem gut funktionierenden und sicheren Gasanschluss zu verhsenen. „Schließlich sind wir nicht zum Urlaubmachen hierher gekommen, sagt „Hasi“ ungeduldig. Und sie fügt schmunzelnd hinzu: „Wir zahlen unsere Rechnungen schon teilweise in Naturalien. Unser Anwalt, der uns beim Ausfüllen des Lizenzantrages geholfen hat, bekommt bei uns demnächst seine Curry-Wurst gratis.“ Wenn’s denn nun endlich losgeht mit dem Wurst- und Co-Verkauf, dann müssen die beiden Wermelskirchen-Auswanderer aber zuerst mal herausfinden, wo und wann sie Umsatz machen können: „Wir müssen zuerst richtig reinklotzen und stellen uns auf eine sieben-Tage-Arbeitswoche mit Zeiten von 11 bis 22 Uhr ein“, weiß „Hasi“.
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