Wermelskirchen: Rot-Grün ist teuer für die Stadt
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 20.07.2010Wermelskirchen (RPO). Selbst wenn sich die neue Landesregierung nicht lange halten sollte, so bekommt Wermelskirchen die Auswirkungen der neuen Politik zu spüren: In der Wirtschaft, im Schulwesen und beim Innenstadtausbau.
Schulreform
Sollte die neue rot-grüne Landesregierung ihre geplante Schulreform durchsetzen, dann wären 6000 Schulen in Nordrhein-Westfalen davon betroffen. Die Gymnasien will die Landesregierung zunächst nicht in die Gemeinschaftsschule integrieren.
Im Bundesland Hamburg ist die Einführung einer sechsjährigen Primarschule allerdings durch einen Volksentscheid gestoppt worden.
Für Wermelskirchen wird's teuer, ganz egal, wie lange sich die neue rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf halten wird: Davon geht Bürgermeister Eric Weik definitiv aus. Schon jetzt seien negative Auswirkungen auch für die Kommunen spürbar: Aus eigenen Gesprächen mit Unternehmern wisse er, dass etliche überlegten, aus Nordrhein-Westfalen in ein anderes Bundesland zu wechseln.
Die Investitionsbereitschaft bei den Unternehmern habe sich jetzt bereits unter Rot-Grün und vor allem den Einflüssen der Linken deutlich verschlechtert, stellt der Bürgermeister auch vor Ort fest. Vor allem aber befürchtet Weik verheerende Auswirkungen für die Schulen in Wermelskirchen, sollte die von der neuen Landesregierung geplante Schulreform mit einer Gemeinschaftsschule und der sechsjährigen Primarschule tatsächlich umgesetzt werden.
"Wir müssten dann unsere gesamte Schullandschaft nicht nur umorganisieren, wir müssten auch überall erheblich investieren", befürchtet der Bürgermeister und nennt nur ein marginales Beispiel: "Es fängt schon damit an, dass man Sechstklässler nicht auf die in den Grundschulen vorhandenen Stühle setzen kann, weil die zu klein sind."
Weik spricht von Chaos
Aber bei den generell dann notwendigen Investitionen in die Schulen werde es natürlich um ganz andere Größen als nur um "Stühlchen" gehen. Weik geht fest davon aus, dass eine mögliche Schulreform vor allem enorme Auswirkungen für die Wermelskirchener Hauptschule und Realschule haben würde. Denn im Modell der neuen Landesregierung könnten nur Schulen mit einem ganz besonderen Konzept Bestand haben.
Die Stadtverwaltung leidet laut Weik bereits jetzt "unter dem Chaos der neuen Landesregierung", so der Bürgermeister wörtlich. Denn erstmals seien in der kurzen Zeit bereits sämtliche Ministerien umstrukturiert worden, was zur Folge habe, dass Wermelskirchen zur Zeit für den Innenstadtausbau keine Ansprechpartner beim Land habe. Er hoffe, dass sich dies nicht auf die Neugestaltung des Marktbereiches negativ auswirke.
Weik persönlich glaubt übrigens daran, dass sich es durchaus Neuwahlen für die Landesregierung geben kann. Rot-Grün werde aber aus strategischen Gründen versuchen, bis dahin mindestens ein Jahr an der Macht zu bleiben, um überhaupt erst mal Arbeitsresultate vorweisen zu können.
Die "Sozialbonbons", mit denen die neue Landesregierung aber die Bevölkerung "ködere", werden nach Auffassung von Weik von den Bürgern mit Skepsis betrachtet: "Ich habe nicht das Gefühl, dass das Volk darauf reinfällt. Die Bürger sind nicht blöd, sie durchschauen, dass solche Dinge allesamt eine Menge Geld kosten und nichts als weitere Schulden verursachen."
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