Wermelskirchen: Sauerbraten am Gardasee
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 23.01.2009Wermelskirchen (RPO). Anke und Dirk Leithäuser haben die bergische Gemütlichkeit mit nach Bella Italia gebracht.
Bella Italia und bergische Gemütlichkeit geben sich inzwischen bei den Wermelskirchen-Auswanderern Anke und Dirk Leithäuser problemlos ein Stelldichein. Am Samstag hatten Anke und Dirk alias Hasi und Didi Freunde vom Gardasee zum bergischen Sauerbratenessen mit Knödeln eingeladen. Und wenn die Beiden von der Currywurst-Bude mal Appetit auf bergische "Kottenbuttern" bekommen, dann ist das auch kein Problem.
Handeln sogar mit dem Notar
"Wir kennen inzwischen so viele Leute, die uns immer mal wieder was aus Deutschland mitbringen können, mal Mettwurst, mal vernünftiges Brot", erzählt Anke Leithäuser. Deshalb habe sich jetzt auch das Lieferproblem für die Thüringer Bratwürste gelöst: "Wir haben da jetzt sogar mehrere heiße Eisen im Feuer, unter anderem auch einen Obst- und Gemüse-Spediteur, der mit Kühlung fährt und uns die Würste aus Deutschland mitbringen kann", freut sich Hasi und fügt hinzu: "Im Augenblick ist bei uns alles paletti, fragt sich nur wie lange?"
Denn Kummer mit der italienischen Bürokratie sind die Leithäusers gewöhnt, nachdem sie sich Ostern 2008 von Wermelskirchen aus ins freiwillige Italien-Exil begeben hatten. Doch nach knapp einem Jahr verstehen die Beiden inzwischen auch die bürokratisch-juristischen Besonderheiten in Bella Italia schon weitaus besser: "In Italien muss man sogar beim Notar handeln", hat Anke Leithäuser festgestellt und dies auch bereits erfolgreich praktiziert.
Mussten Hasi und Didi für ihren ersten Marktstandplatz in Garda noch fast 700 Euro an Notarkosten hinblättern, so waren es beim zweiten Standplatz auf dem Markt von Bussolengo nur noch 600 Euro: "Mal sehen, wie weit wir den Notar für die nächsten Standplätze noch herunterhandeln können", überlegt Anke Leithäuser jetzt schon. Mit den Märkten habe es außerdem eine Besonderheit auf sich: "Die Städte geben ihre Marktplätze hier an Privatleute weiter, und die verhökern dann die Standplätze meistbietend unter der Hand. Deshalb sind auch so viele Vietnamesen auf den italienischen Märkten, weil die offensichtlich das Geld dafür haben", beobachtet Leithäuser.
Stammkunde aus Radevormwald
Aber das Marktgeschäft lohne sich, nachdem vor allem der zurückliegende Weihnachtsmarkt in Garda den Bekanntheitsgrad von Hasi und Didi und ihrem Imbissparadies noch gesteigert habe. "Wir lernen immer mehr Leute kennen, die Stammkunden werden. Hier lebt auch ein Mann aus Radevormwald, der inzwischen fast täglich zum Currywurst-Essen kommt, weil ihm das in Italien so gefehlt hat", berichtet Anke Leithäuser.
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