Wermelskirchen: Schüler fanden Trost im Jugendcafé
zuletzt aktualisiert: 19.01.2008Wermelskirchen (RPO). Eine Anlaufstelle für die trauernden Realschüler war seit vergangenem Freitag das christliche Jugendcafé Markt 13. Auch gestern Nachmittag öffneten die Mitarbeiter eigens für die Jugendlichen, die sich dort aussprechen wollten, Trost und Verständnis suchten. Normalerweise hat das Jugendcafé freitags nachmittags geschlossen, aber sowohl am Todestag, als auch bei der Beerdigung von Wiebke gestern wurden die Türen geöffnet.
Auch stand die Extra-Schicht nachmittags ebenso für die Jugendlichen bereit, wie die zusätzliche Abendschicht, die, wie am Freitag zuvor, noch bei weiterem Gesprächsbedarf weit über die normale Schlusszeit um 21 Uhr für die Trauernden da war. Die Klasse 8a der Realschule, zu der Wiebke gehört hatte, wollte gestern Nachmittag geschlossen und mit ihrem Klassenlehrer das Jugendcafé aufsuchen. „Es geht einfach darum, dass wir zuhören und für die Jugendlichen da sind“, sagte Jugendleiter Timo Pleuser. Auch wenn er selbst für sich schon einen Unterschied darin sehe, ob sich jemand selbst das Leben genommen oder bei einem Unglücksfall zu Tode gekommen sei.
Im Krankenhaus sei nach dem ersten Schock relative Ruhe eingekehrt. Es habe keinen Pilger-Rummel an der Todesstelle gegeben. Auch habe Seelsorger Burkhard Rittershaus die Patienten und Ärzte, die das Trauma ebenfalls zu verarbeiten hatten, intensiv betreut, berichtete Christian Madsen, der Geschäftsführer des Krankenhauses.
Der Seelsorger habe sich regelrecht aufgerieben zwischen seiner eigentlichen Tätigkeit im Krankenhaus und dem enormen Beistand, den er in diesen Tagen den Jugendlichen geleistet habe: „Burkhard Rittershaus kümmert sich einfach, er ist für alle da!“, sagte Christian Madsen anerkennend.
Auch in Internet geht die Trauerbewältigung weiter. Das erste Wiebke-Video, das bereits am vorigen Sonntag aufgetaucht war, ist inzwischen herausgenommen worden. Das vor vier Tagen neu herein gestellte Wiebke-Video hatte gestern bereits 12 800 Aufrufe zu verzeichnen. „Warum hast du dir bloß das Leben genommen?“, wird auf diesem Video gefragt.
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