Wermelskirchen: Schweinegrippe im Südkreis
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 20.06.2009Wermelskirchen (RPO). Drei Personen sind mit dem neuen Virus infiziert. Das Wermelskirchener Krankenhaus ist vorbereitet. Ein erster Verdachtsfall vor Ort vor wenigen Tagen war unbegründet. Dabei wurde aber das Szenario durchgespielt.
Die neue Grippe
Bei der neuen Grippe handelt es sich um eine Influenza mit in den meisten Fällen leichteren Symptomen wie Fieber, Hals- und Gliederschmerzen. Zur Bekämpfung stehen geeignete Medikamente zur Verfügung, so die Kreisverwaltung. Die effektivste Vorbeugungsmaßnahme ist das regelmäßige und gründliche Händewaschen, darüber hinaus sollten größere Menschenansammlungen vermieden werden.
Ein 82-jähriger Mann und seine 48-jährige Tochter, beide aus Bergisch Gladbach, haben sich mit dem Schweinegrippe-Virus in Amerika angesteckt. Diese Fälle bestätigte gestern das Kreisgesundheitsamt. Die 78-jährige Ehefrau des Mannes ist nicht erkrankt. "Der Gesundheitszustand der betroffenen Personen ist nicht Besorgnis erregend", so der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Norbert Petruschke, gestern während einer Pressekonferenz. Ein Krankenhausaufenthalt sei nicht notwendig. Allerdings müssten die Erkrankten und ihre Familie noch einige Tage zuhause isoliert bleiben.
Ein dritter Fall wurde dem Kreisgesundheitsamt gestern Mittag gemeldet: Ein 18-jähriger Schüler des Berufskollegs in Bergisch Gladbach sei offenbar infiziert. Er lebt in Köln. Wo er sich infizierte, war gestern noch nicht bekannt. Der Schüler und seine Klassenkameraden werden zunächst vom Unterricht befreit, die Schulleitung informiert jetzt die übrigen Schüler, damit möglichen Krankheitszeichen bei anderen die Aufmerksamkeit geschenkt wird, hieß es gestern seitens der Kreisverwaltung.
Für Ernstfall gerüstet
"Wir sind intern auf mögliche Schweinegrippe-Fälle vorbereitet", sagte gestern sehr deutlich Krankenhaus-Geschäftsführer Christian Madsen. Es bestehe enger Kontakt zum Kreisgesundheitsamt: "Wir informieren täglich, ob es Verdachtsfälle gibt. Wenn Symptome auftauchen, die im weitesten Sinne in Betracht kommen könnten, werden sie mit den Fachleuten ausgelotet." So hatte das Krankenhaus bereits einen Verdachtsfall, der sich aber als unbegründet herausstellte, so Madsen. Die Hygienemaßnahmen, die am Krankenhaus Wermelskirchen gelten, wurden so bereits einmal durchgespielt, erläuterte gestern im BM-Gespräch Hygienefachkraft Monika Hartung. Inzwischen befragt der vom Ärztlichen Direktor beauftragte Arzt alle ambulanten Patienten nach Symptomen. Das gilt auch fürs Personal, das sich krank meldet und grippeähnliche Symptome hat.
Hartung hat seit dem ersten Fall, der weltweit bekannt wurde, das Krankenhaus auf eine mögliche Pandemie vorbereitet. Dazu gehört die Beschaffung von genügend Abstrichtupfern und bestimmten Atemschutzmasken, die eine erhöhte Filterung haben. "Wir können auch kurzfristig Medikamente besorgen. Denn die Lagerung ist unsinnig. Die Medikamente haben ja ein Verfallsdatum", so Frau Hartung. Sollten infektiöse Patienten gemeldet werden, ist eine Isolierung im Haus möglich. "Durch den Verdachtsfall haben wir alles einmal trainiert. Wir sind für den Ernstfall gerüstet."
Hausarzt kontaktieren
Wer Sorge hat, an der neuen Influenza erkrankt zu sein, sollte sich zunächst telefonisch an seinen Hausarzt wenden. Der wird alle weiteren schritt in die Wege leiten.
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