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Wermelskirchen: Sparappell: Markt abspecken

VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 17.02.2010

Wermelskirchen (RPO). Das Bürgerforum spricht sich jetzt gegen den Bau einer Brunnenanlage auf dem Markt aus. Die Haushaltssituation lasse dies nicht zu. Horst Krüger: Auch die steigenden Unterhaltungskosten nicht aus dem Auge verlieren.

So könnte der neue Markt aussehen, wenn die Entwürfe des Planers Joachim Haase umgesetzt werden: Eine ebene Fläche mit zehn Prozent Gefälle; kleine Fontänen als Brunnenanlage auf dem Platz verteilt. Foto: RPO

Ein Markt ohne Stufen – das ist die Vision von Architekt Joachim Haase vom Büro Reicher-Haase. Dazu eine Linde und ein Brunnen. All dies hat den historischen Platz zum Vorbild. Und soll für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer, weil es eine ebene Fläche ist, ohne Schwierigkeiten befahrbar sein. Dafür gab es Lob im Fachausschuss ("Keine Solperfallen"). Widerspruch kommt aber jetzt von Horst Krüger: "Wir haben hier ein Gefälle von zehn Prozent. Das sind etwa 2,10 Meter Höhenunterschied. Da können keine Rollstuhlfahrer gefahrlos fahren."

Im Dezember stellte das Büro erstmals den aktuellen Entwurf für den neuen Markt vor. Im Mittelpunkt: Sitzgelegenheiten auf Betonquadern, ein ebenes, eingebautes Plateau ohne Geländer und verschiedenen Brunnenvarianten. Wobei sich die Politiker für mehrere kleine, auf dem Platz verteilte Fontänen aussprachen. Die geschätzten Umbaukosten: 990 000 Euro.

Info

Leser-Aktion

Sollte der Markt deutlich abgespeckt werden? Kann man auf einen Brunnen verzichten? Wie denken Sie als Leser der Bergischen Morgenpost über die von Horst Krüger angeschobene Diskussion, angesichts der Haushaltslage den Platz nicht mehr nach dem historischen Vorbild auszubauen?

Rufen Sie heute zwischen 11.30 und 13 Uhr in der Redaktion unter Tel. 02196 720121 an. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail: redaktion.wermelskirchen@bergische-morgenpost.de

Platz mit kleiner Treppenanlage

Krüger, gelernter Architekt und nun im Ruhestand, spricht sich nicht nur gegen die ebene Fläche aus – "Der Platz müsste in drei Teile mit kleiner Treppenanlage aufgeteilt werden. Oben Baum und Sitzbank, unten Spielgeräte" – er appelliert im Namen seiner Bürgerforum-Fraktion, auf den Brunnen zu verzichten. Aus finanziellen Gründen. "2011 wird für uns alle ein hartes Jahr. Sparen ist angesagt. Auch wenn wir Zuschüsse bekommen – wir müssen eine Menge Geld dafür aufbringen." Hier sollte mit gutem Beispiel voran gegangen werden. "In einem so angespannten Haushalt brauchen wir solche Dinge nicht. Wir werden überall Abstriche machen müssen. Da kann man gut auf einen Brunnen verzichten."

Die Kosten für die Brunnenanlage ist bisher nicht exakt beziffert worden. Zwischen 90 000 und 150 000 Euro liegen die vagen Angaben für Brunnen und Sitzelemente. "An die Wartungs- und Reinigungskosten scheint niemand zu denken. Zehn Prozent der Herstellungskosten muss pro Jahr kalkuliert werden. Da kommt ein ganz schönes Sümmchen zusammen." Und so eine Brunnenanlage lade zu Jungen-Streichen ein. "Ein paar Tropfen Pril, und der Brunnen ist erst mal Tage nicht mehr zu gebrauchen."

Er habe noch die Worte von Stadtkämmerer Klaus Stubenrauch im Ohr, der bei der Einbringung des Haushaltsentwurfes 2010 sagte, dass die Unterhaltungskosten von städtischen Objekten von 2009 auf 2010 um eine Million Euro gestiegen seien – von 6,7 auf 7,7 Millionen Euro. "Das hat mich nachdenklich gemacht. Ich meine, wir müssen den Brunnen nicht haben."

Besser eine Eiche

Er habe das Beispiel des Dorfpark-Brunnens in Dabringhausen vor Augen: "Der wird ehrenamtlich vom VVV fast täglich kontrolliert sowie gepflegt und gewartet. So etwas wird es wohl in Wermelskirchen nicht geben." Er schlägt auch vor, statt einer Linde eine Eiche zu setzen. "Das passt besser ins Bild."

Quelle: RP

 
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