Wermelskirchen: SPD gegen Laga
VON WERNER JANUSZEWSKI - zuletzt aktualisiert: 22.08.2008Wermelskirchen (RPO). Fraktionen gaben im Umweltausschuss Stellungnahmen zu einer möglichen Bewerbung für eine Landesgartenschau in Wermelskirchen ab.
Sehr hohe Kosten
Acht Millionen Euro an Kosten seien als Richtwert für die Kosten einer Landesgartenschau genannt worden, sagte Kämmerer Klaus Stubenrauch gestern im Umweltausschuss. Das sei das doppelte des Eigenanteils von vier Millionen, den Wermelskirchen für die Neugestaltung der innenstadt aufzubringen hat, brachte er als Vergleich.
Die SPD werde kein finanzielles Abenteuer eingehen, betonte gestern im Umweltausschuss Klaus Klophaus für seine Fraktion zum Thema „Bewerbung um eine Landesgartenschau“. Und dann sagte er ganz deutlich: „Wir werden auch keinem Prüfauftrag zustimmen.“ Gleiches gelte für einen so genannten Workshop, bei dem darüber diskutiert werden könnte, ob eine Landesgartenschau (Laga) in Wermelskirchen überhaupt machbar sein würde und der 5000 Euro pro Tag kosten würde. „Wir können selber beurteilen, wo wir städtische Flächen für eine Landesgartenschau hätten oder nicht“, betonte Klophaus. Von einem solchen Workshop-Angebot eines Ingenieurbüros hatte zuvor der Beigeordnete Jürgen Graef die Politiker des Umweltausschusses informiert.
Das Fehlen einer „zündenden Idee“ für eine Laga beklagte Hans-Jürgen Klein für die Grünen. Und er bezweifelte, ob man in einer so frühen Phase der Ideenfindung die Bürger schon einbeziehen könnte. Seine Fraktion habe sich noch nicht festgelegt, erklärte Klein.
CDU: Vor Ort informieren
Erstmal noch umfassend informieren will sich die CDU-Fraktion, die sich laut Klaus Seeger mit dem Thema Landesgartenschau noch nicht offizielle befasst hat. Sie werde Anfang September zu einer Besichtigung vor Ort nach Rietberg fahren, und dort unter anderem mit dem Rietberger Bürgermeister sprechen. Klaus Seeger: „Danach werden wir in der Fraktion darüber diskutieren und uns positionieren.“ Man wolle auf jeden Fall in aller Ruhe prüfen. Seeger: „Auf einen Tag kommt es nun wirklich nicht an.“
Robert Weber (FDP) forderte, dass sich alle erstmal intensiv mit den städtischen Finanzen befassten. Wenn er an die Bilanzen zu Anfang 2007 oder die zu erwartende zum 31. Dezember denke, könne er sich nicht vorstellen, dass man noch viel Geld ausgeben könne.
Eberhard Lambeck (Büfo) erklärte, dass seine Fraktion keine Probleme in Wermelskirchen sehe, die man mit Hilfe einer Landesgartenschau lösen könnte. „Wir sollten kein Geld ins Blaue hinein ausgeben.“
Auch Kämmerer Klaus Stubenrauch wies deutlich auf die Finanzlage der Stadt hin, nannte das Defizit von 6,6 Millionen Euro, mit dem man in den Haushalt 2007 gegangen sei. Und Stubenrauch betonte: „Wir haben bis 2012 noch viel zu stemmen, etwa Straßensanierungsmaßnahmen, Verbesserung des Hallenbades usw. Und wir werden in den nächsten Jahren erhebliche Probleme haben, den Haushalt auszugleichen.“
Einen Beschluss zur einer möglichen Bewerbung um eine Landesgartenschau gab es gestern im Umweltausschuss nicht. Das Thema wird auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung erneut zur Diskussion stehen.
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