Wermelskirchen: Stadt nur für Kinder
VON WERNER JANUSZEWSKI - zuletzt aktualisiert: 03.02.2009Wermelskirchen (RPO). Zum dritten Mal gibt's in den Sommerferien zwei Wochen lang die Kinderstadt in und vor der Kattwinkelschen Fabrik. Diesmal sind auch zehn Behinderte dabei.
Kinder sind unser aller Zukunft. Und darum müssen Kinder gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge lernen, damit sie sich ihre Zukunft selber gestalten können. Darum werden Erwachsene auch keinen Zutritt haben, wenn es vom 6. bis 18. Juli in und vor der Kattwinkelschen Fabrik die dritte Kinderstadt gibt.
160 Kinder können mitmachen
160 Kinder, so viele wie bisher noch nicht, werden das lehrreiche Freizeitvergnügen mitmachen können. Dass die Kinderstadt jetzt auch "eine Stadt für wirklich alle Kinder" ist, betonte und begrüßte Bürgermeister Eric Weik, als er gestern erklärte, dass es gelungen sei, auch zehn behinderte Kinder in der Kinderstadt mitmachen zu lassen. In den ersten beiden Kinderstädten hatte das nicht erfolgen können, weil da noch nicht das notwendige, ausgebildete Betreuungspersonal zur Verfügung stand.
Kinderstadt
Termin 6. bis 18. Juli. Kosten 70 Euro inklusive täglich Mittagessen und Getränke. Inhaber eines Stadtpasses zahlen nur 35 Euro.
Frühbetreuung ab 8 Uhr ist möglich (muss angemeldet werden).
Anmeldung Katt-Sekretariat, 9 bis 13 Uhr, Tel. 72 40 21.
Anmeldung für Kinder mit Behinderung bei der Lebenshilfe Service GmbH, Elisabeth Teckentrup, Tel. 7 07 96 32.
Elisabeth Teckentrup vom Lebenshilfe Service und Annette Kilp-Haag vom Lebenshilfe-Vorstand freuten sich über die Integration behinderter Kinder in die Kinderstadt. Und sie hofften, wie auch Ulrich Kowalewski vom Förderverein des Integrativen Kindergartens Wellerbusch, dass auch in Wermelskirchen mehr und mehr die Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich am "normalen Leben" teilnehmen können.
Das Ferienangebot in der Kinderstadt ist noch interessanter, noch abwechslungsreicher und lehrreicher geworden. Dazu tragen auch die neuen Kooperationspartner bei: Neben der Lebenshilfe ist das das Deutsche Rote Kreuz, das auch Träger der Ogata der Grundschule Ost ist. Für sie ist die Kinderstadt schon ein fester Bestandteil ihrer Ferienaktivitäten. Das DRK wird ein "Kinderkrankenhaus" einrichten. "Wenn Kinder den Ablauf in solch einem Krankenhaus spielerisch mitbekommen, wird ihnen Angst genommen, ist einer der Beweggründe für die Aktion, zu der auch ein kleiner Erste-Hilfe-Kursus für die Kinder gehören soll. Sie werden beispielsweise lernen, wie man ein Pflaster richtig klebt oder auch mal einen kleinen Verband anlegt.
Lesefreude fördern
Lesefreude auch in der Kinderstadt fördern will die Stadtbücherei, die erstmals mitmacht. Vom Kauf eines Buches, über die Registrierung und Ausleihe bis hin zur Buchrückgabe werden die Kinder alles kennen lernen. Die Werkstatt Lebenshilfe wird einen kleinen Produktionsbetrieb einrichten – und dann ist da noch als neuer Anbieter das Bistro-Katt, das zwei Wochen lang als Kinderkantine dienen wird.
"Im übrigen bietet die Kinderstadt alles, was zu einer Stadt dazu gehört", erklärte Jessica Jung, die Hauptorganisatorin: Ein Bürgermeister, ein Stadtrat, eine Bank für den Geldverkehr mit den "Katt-Talern", ein Reisebüro, ein Café, eine Schreinerei, eine Schneiderei und auch ein Kinderkino. Es wird eine Kunstschule geben und auch Gelegenheit zu Biologie- und Chemie-Experimenten. Viele weitere Angebote kommen dazu.
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